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Andachten

Mit dem heutigen Pfingstfest beenden wir die tägliche Andachtsreihe.

An dieser Stelle möchte ich von ganzem Herzen den jungen Mitarbeitern, den Frauen und Männern, Ehemaligen und unseren Mitgliedern danken, die eine oder mehrere Andachten übernommen und geschrieben haben. Es war großartig, was sie uns mit ihren Gedanken täglich geschenkt haben. Jeden Tag habe ich mich gefreut, welche Juwele an Humor, Zuspruch, Ermutigung, aber auch Nachdenklich Stimmendes ich entdeckt habe. Vielen, vielen Dank euch allen.

Wir werden die Andachten fortführen, allerdings nicht jeden Tag, sondern immer am Sonntag.

Wenn jemand von euch/Ihnen, eine Andacht schreiben möchte, würden wir uns sehr freuen. Bitte melden unter 07532/7496

Silvia Engel

 

Andacht zu Pfingstsonntag

 

„Wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, wir sind alle mit einem Geist getränkt.“ 1.Kor. 12,13

 

Ich liebe das Weihnachtsfest mit all seinen jährlich sich wiederholenden unzähligen Traditionen, in denen ich mich wohlig baden und sie genießen kann. Eingebettet in ein Meer von Lichtern, Düften, Gerüchen, Vorbereitungen und Erwartungen auf den Heiligen Abend ist man seiner Kindheit mit all den wunderbaren Erinnerungen wieder sehr nah. In der Krippe liegt sichtbar das Kind. Gott kommt zur Erde und wird Mensch.
Ich liebe Ostern, obwohl ich es nicht begreifen, aber umso mehr staunen und darüber jubeln kann, dass der Tod besiegt und nicht das letzte Wort in meinem Leben haben darf. Halleluja.

Und nun kommen wir zu Pfingsten. Als junger Mensch habe ich mit diesem Feiertag kaum was anfangen können. Meistens waren wir dort auf dem Feld und haben das Heu eingebracht. Der Heilige Geist sagte mir nichts und ich wusste lange nicht, welche Rolle der Heilige Geist in der Trinität spielt.
Heute liebe ich dieses Fest, weil ich begeistert bin von seiner Bedeutung und seiner Kraft. Seit dem Turmbau zu Babel waren die Menschen zerstreut und verstanden sich nicht mehr. Wie verlorene Schafe irrten sie umher und hatten keinen Hirten. Und dann geschah jener Moment, auf den die Jünger seit Himmelfahrt gewartet haben. Sie haben der Anweisung Jesu Gehorsam geschenkt und haben in Jerusalem auf den Tag gewartet, an dem der Heilige Geist über sie kommen sollte. Und es geschah: wie ein Brausen und ein starker Wind kam der Heilige Geist über alle Menschen, die dort in Jerusalem der Predigt des Petrus zuhörten und plötzlich ihn alle in ihrer eigenen Sprache verstanden.
Was verstanden sie? Sie „verstanden“, dass sie mit Schuld waren am Tod Jesu, sie „verstanden“, dass dieser Jesus vergeben hat, sie „verstanden“, dass er auferstanden ist und lebt und sie fragten anschließend: „Was sollen wir tun?“. „Lasst euch taufen mit dem Geist Gottes auf den Namen des Vaters und des Sohnes und werdet Gottes Kinder.“ Und die Menschen taten das. Die Gemeinde der Kinder Gottes, die Kirche, die Gemeinschaft der Christen war geboren und nahm täglich zu.  Ist das nicht wunderbar?

Ohne unser Zutun hat Jesus Christus durch den Heiligen Geist eine Gemeinschaft geschaffen, die neu verbunden ist und in der es keine Trennung nach Rasse, Religion, Herkunft, Hautfarbe und Kultur mehr geben darf. Wir gehören zu einer Menschheitsfamilie, die ein Leib ist, verbunden durch die Liebe des Herzens. Sichtbares Zeichen bei uns Christen ist die Taufe.
Wie ein getränkter Schwamm sind wir voll des Geistes und fließen über mit Begeisterung, Freude, Mut und Zuversicht. In dieser Geisteshaltung lasst uns wieder unsere Häuser verlassen, die Menschen suchen, die Herzen bewegen, verschlossene Fenster der Seele öffnen, das Alte und Verstaubte hinauswerfen und frischen Wind und neues Leben hineinholen. Kommt, lasst uns aufbrechen für eine gemeinsame Welt, für Frieden und  Versöhnung unter den Völkern, mit der Natur, mit unserem Land und unserem Dorf. Lassen wir dem Geist Raum in uns, sich zu entfalten und uns zu bewegen.

 

„Auch wenn wir meinen, allein zu sein, ist der Heilige Geist da. Seine Gegenwart ist unsichtbar, und doch verlässt er uns nicht. Er ist der Atem Gottes, der immer und überall weht. Wir können ihn nicht sehen wie den Wind, aber wir spüren sein Vorüberwehen. Er befreit von Entmutigung. Er gibt dem Menschen den Geschmack am Leben zurück.“ Frére Roger, Taizé

 

Ein frohes und lebendiges Pfingstfest. Geht doch mal heute raus und stellt euch in den Wind.

Eure

Silvia Engel

Andacht am Sonntag EXAUDI „Herr, höre meine Stimme“

 

Liebe Geschwister,

In einer Woche feiern wir Pfingsten und ich muss  ehrlicherweise zugeben, dass sich zur Zeit all das bewahrheitet, was wir all die Jahre Gott sei Dank in unserer Kinder-und Jugendarbeit gelehrt und gelebt haben, zutrifft: „Ich kann nicht alleine Christ sein.“ Wir brauchen einander tatsächlich.

Es fehlt momentan alles, was unsere Gemeinschaft so unglaublich schön und wertvoll macht und die vielen Online-Angebote sind nur ein verzweifelter ohnmächtiger Versuch, Schadensbegrenzung zu üben und sich ein wenig kläglich und notdürftig am Leben zu erhalten, ein sogenannter Notaggregatzustand mit leider wenig Aussicht auf ein baldiges Ende.

Der Strom, der alles aufrecht erhält ist der Geist Gottes und er sucht sich Raum in Menschen, er ist nicht einfach verfügbar und allezeit und überall da. Nein, er will erbeten und gesucht sein, braucht ein offenes und bereites Herz, braucht Menschen, die ihn mit anderen Menschen leben wollen. Der Geist Gottes sucht seine Bestimmung in suchenden Menschen, die begeistert werden wollen für die Liebe, die Leidenschaft und den Auftrag, hinzugehen und das Reich Gottes auf dieser Welt sichtbar zu machen durch die Lieben. Und das geschieht in der Gemeinschaft.

Und nun hat uns der Wahnsinn dieses Virus alles zerstört, uns buchstäblich ins Herz getroffen und uns an der wertvollsten und zugleich empfindlichsten Stelle unseren irdischen Lebens getroffen:

der Freiheit zur unbekümmerten Begegnung und der Lust, zu lieben.

Wir bringen aktuell ein ganz schön teures Opfer für unsere grenzenlose Gier und Selbstherrlichkeit. Es ist selbst gemacht und wohl uns, wenn wir das zugeben können, Schuld bekennen und unseren Lebensstil zugunsten unserer Kinder und Enkelkinder ändern und wieder behutsam mit der Natur und ihren Lebewesen umgehen und mit ihnen leben.

Die Jagd der Menschheit nach noch billigeren Waren, Urlauben, Luxusgütern und dem Stillen grenzenloser Bedürfnisse hat uns gebrochen und uns jäh eingeholt und zum Stillstand gezwungen. Wir glaubten, jederzeit und immer alles haben zu dürfen und zu bekommen: Erdbeeren und Tomaten im Winter, das ganze Jahr Zucchini und Blumenkohl, immer zum Bersten volle Regale, billige Kleidung, tausend Wegwerfschuhe, volle Schränke und Speicher, dass man schon keine Geschenke mehr haben will, weil sie mehr Ballast als Freude sind. Und auf der anderen Seite leben Menschen in Nigeria im von den Ölgesellschaften verseuchten Nildelta, wo das Öl auf dem  Wasser schwimmt, aber wir das Benzin so billig wie möglich haben wollen, um jeden Meter  mit dem Auto fahren zu können. Und keiner schreit für diese Menschen, die doch auch unsere Menschheitsgeschwister sind.

Ich habe Tränen in den Augen und bin sehr sehr traurig. Ich sitze an meinem Schreibtisch, schaue auf den See und fühle mich alleine, weil ihr mir alle fehlt und mir gerade so vieles auf den Magen un d die Seele schlägt.

EXAUDI „Herr, höre meine Stimme“ sind tatsächlich die einzigen Worte, die ich noch aus mir herausbringe. Ich kann und will  nicht mehr länger mit mir selber sprechen und erst das Gegenüber wird meiner Sprache wieder Sinn geben und Sinn machen.

 

Meine lieben Freunde: Mir kam eben die Idee,  gemeinsam auf das Pfingstfest zu warten und sich darauf vorzubereiten. Wie wäre es, damit mit der heutigen Losung zu beginnen: 

"Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr." Unfassbar, was da steht: Gott hat uns vergeben. Welch eine Gnade und Chance.

Nehmt euch ein paar Minuten Zeit für Stille und fragt euer Herz, wem ihr Vergebung schuldig geblieben seid und bereinigt das mit Gott und falls ihr die Kraft habt, auch mit dem betreffenden Menschen. Ein gereinigtes Herz ist ein freies Herz und wird ein fröhliches Herz. Halleluja.

 

Eure Silvia

Andacht am Freitag, den 22. Mai

 

Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn, und er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn.

Lukas 15, 20

 

Der Losungstext für den heutigen Tag ist einer Geschichte entnommen, in der uns Jesus etwas über die Liebe Gottes erzählen möchte. Es ist das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Diese Geschichte erzählt von einem jungen Mann, der jüngere Sohn,  der mit einer ziemlichen Kaltschnäuzigkeit Haus und Hof verlässt und vorher sein Erbe einfordert. Der Mann verschwendet das Geld und als er vor dem Scherbenhaufen seines Lebens steht, überlegt er sich, dass es ja doch besser wäre, zum Vater zurückzukehren.

Nach Schweinedreck stinkend macht er sich auf den Heimweg. An dieser Stelle setzt der heutige Losungstext ein. Da heißt es: Der Sohn machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn; er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn.

 

Der Vater machte sich in der Zeit in dem sein Sohn nicht zu Hause war vielleicht Vorwürfe warum er seinen Sohn nicht besser erzogen hat, vielleicht ist er auch nur wütend über seine Sohn der von Ihm, seinem Vater, seinem Erzeuger, Geld eingefordert hat, zu einer Zeit in dem es Ihm noch gar nicht zustand.

Der Sohn hat seinen Vater und seinen älteren Bruder zurück gelassen, ohne zu wissen was mit dem Vater und Bruder passiert, da sie ja nur noch die Hälfte des Geldes hatten. Ihn interessierte nicht, ob noch genug Geld für die neue Aussaat oder das tägliche Auskommen da war, ihn interessierte nur sein Vergnügen und seine Reiselust.

Erst als er im Dreck lag, ohne Geld, ohne Freunde, ohne Familie, das Futter der Schweine essend, fiel ihm seine Familie ein welche er so bitterlich enttäuscht hat, vielleicht sogar in den Ruin oder den Tod getrieben hatte.

Dann macht er sich auf in seine Heimat, zu seinem Vater zurück zu kehren…

 

Und sein Vater nimmt Ihn wieder auf, kleidet ihn neu ein und schlachtet sein bestes Kalb….

 

Dieses Gleichnis will uns sagen dass Gott uns liebt…egal was wir „anstellen“, egal ob wir vom rechten Weg abkommen und sündigen….er wird immer für uns da sein…egal was passiert…wenn wir zu Ihm zurück kommen wird er uns mit offenen Armen empfangen und uns vergeben.

Damals wie heute gibt es genug Menschen die denken dass sich der Vater lächerlich gemacht hat, wurde von seinem jüngsten Sohn „ausgenommen“ und empfängt ihn trotz dieser Tat freudig ohne Zorn und ohne Vorwürfe….aber das ist Gott……er verzeiht und vergibt…

 

Gut dass wir Gott haben…und auf Ihn vertrauen können…er wird immer für uns da sein…auch wenn wir uns von Ihm abgewannt haben und irgendwann zurück kommen…

 

Der entgegenkommende, liebevolle Gott - in Jesus bekommt er ein Gesicht.

 

Euch allen einen schönen Tag

Sven Stephan

Andacht zu Himmelfahrt, Donnerstag, den 21.Mai

 

Christus spricht: „Wenn ich erhöht werde, so werde ich alle zu mir ziehen“ (Wochenspruch für die kommende Woche)

 

„…hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel….“

Im Glaubensbekenntnis bekennen wir unseren christlichen Glauben. Ich liebe dieses Glaubensbekenntnis, weil ich mich durch diesen Text verbunden weiß mit den unzähligen Menschen der vergangenen Jahrhunderte, die in der Wüste, im Urwald, in einer winzigen Hütte, in einer Kirche oder unter freiem Himmel, in Freiheit oder unter Androhung von Strafe diese zutiefst berührenden Worte gesprochen und viele dafür ihr Leben verloren haben.

Und nie, nie dürfen sie zur bloßen Floskel verkommen oder gedankenlos runtergeleiert werden. Diese Worte zu  sprechen und zu bekennen ist höchste Ehrfurcht und zugleich tiefste Demut, heilige Anstrengung und zugleich Trost und Zuversicht.

Ein winzig kleiner Teil des Bekenntnisses sind die vier Worte: … aufgefahren in den Himmel..“

Zeugen dieser Himmelfahrt waren die Jünger, die Jesus kurz davor noch schalt, dass sie den Berichten der Frauen über die Auferstehung keinen Glauben geschenkt haben. Oh Mann, diese Jünger, die während der ganzen Leidenszeit, Kreuzigung und den Tagen nach der Auferstehung an  keiner Stelle gezeigt haben, was wir von einem vorbildlichen Jünger, Apostel und Gemeindeleiter erwarten: Mut, Stärke, Treue, Unerschrockenheit, Überzeugung, Entschlossenheit …

Und jetzt, 40 Tage nach Ostern sitzt er wieder  mit seinen geliebten Jüngern, bis auf Judas, am Tisch. Oh, was hat er diese Männer in sein Herz geschlossen, die Wanderjahre mit ihnen geliebt, Erfahrungen gemacht mit Ablehnung ihrer Worte, aber auch berührende Momente erlebt, wenn Menschen wieder heil und ganz wurden. Und nun hat er sie noch einmal vor sich. Ob da eine Träne geflossen ist? 

Sicher haben sie gegessen, über die vergangenen Wochen geredet, ihre Arbeit, die Familie, Politik und Besatzung und wie es weitergehen sollte. Als Jesus seinen Moment gekommen sah, erhebt er das Wort und sagt: „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur“. „Treibt böse Geister aus, legt Kranken die Hände auf…“ Und als er seine Worte beendet hatte, verschwand er unspektkulär, ohne Umarmung, ohne Abschiedsworte, ohne Ehrungen und Geschenke vor ihren Augen, einfach weg. Wohin? In den Himmel. Wo ist der Himmel? Überall und in unseren Herzen.

 

Sehnsuchtsvoll warten die Menschen seitdem auf die Rückkehr Jesu, der versprochen hat, dass sich eines Tages alle Knie vor ihm beugen werden und alle Zungen bekennen werden, dass Jesus Christus der Herr ist. Bis dahin machen wir es so wie die Jünger: “Sie gingen aber hinaus und predigten an allen Orten.“

Was wird das für ein Fest sein, wenn wir wieder ungehemmt, frei und begeistert hinausgehen können, um uns zu begegnen, um fröhliche bedingungslose Gottesdienste und Feste zu feiern, die erfüllt sind vom Geist der Freude und des Lobes und wir mit dankbarem Herzen bekennen dürfen, dass Jesus Christus der Herr ist.

 

„Herr, ich will mein ganzes Leben in deinen Dienst stellen, sprich du mit mir und sage mir, was ich als Nächstes tun soll.“ Winfried Kuhn

 

Habt einen wunderbaren Himmelfahrtstag

Eure Silvia

Andacht für Mittwoch, den 20. Mai

 

Der Gerechte erkennt die Sache der Armen.Sprüche 29,7

 

Gott ist nicht ungerecht, dass er vergäße euer Werk und die Liebe, die ihr seinem Namen erwiesen habt, indem ihr den Heiligen dientet und noch dient.Hebräer 6,10

 

Der Vers aus dem Hebräerbrief liest sich ganz angenehm, eigentlich wie ein Lob. Doch der Zusammenhang, in dem er steht, ist außerordentlich schwer verdaulich. Jedenfalls für die Hebräer, an die er gerichtet war. Paulus erklärt ohne Umschweife, dass er mit deren Entwicklung gar nicht zufrieden ist. "Harthörig geworden" (Kap. 5,11) seien sie, die "längst Lehrer sein" (5,12) sollten, aber stattdessen nötig hätten, "die Anfangsgründe der göttlichen Worte" gelehrt zu bekommen, "Milch" anstatt "fester Speise" bedürftig.(Kap.5,12)Die Litanei bricht nicht ab: "unerfahren mit dem Wort der Gerechtigkeit", "ein kleines Kind" (Kap. 5,13). Kapitel 6 beginnt er mit der Feststellung, dass er die Grundlagen des christlichen Glaubens hier nicht noch einmal erklären werde, "denn es ist unmöglich, die, die einmal erleuchtet worden ... und dann doch abgefallen sind, wieder zu erneuern zur Buße, da sie den Sohn Gottes abermals kreuzigen und zum Spott machen."Das hat gesessen! Eine Abfuhr, mit ultimativer Drohung im Hintergrund, nicht schön. Warum mute ich uns das zu?

Nun, GERADE WEIL der Vers 10 sich so schön liest und WEILer gerade in diesem eher unrühmlichen Zusammenhang sehr aufrichtig und ernst gemeint ist von dem, der sich da gerade so undiplomatisch geäußert hat: "Obwohl wir aber so reden, ihr Lieben, sind wir doch überzeugt, dass es besser mit euch steht und ihr gerettet werdet." (Vers 9)

DAS ist christlich inspiriert: wider "besseres" Wissen die Hoffnung nicht aufgeben! Und Hinschauen, womit die Hoffnung genährt wird: "die Liebe, die ihr seinem Namen erwiesen habt, indem ihr den Heiligen dientet und noch dient." Das ist wahrlich keine falsche Freundlichkeit oder gar falsche Bescheidenheit. Das ist Peitsche und Zuckerbrot, offenbar nötig in diesem Moment, aber auch tröstlich durch die Wendung in Vers 9, die ja prophetische Qualität hat: wir SIND ÜBERZEUGT, dass ihr gerettet werdet!

Auch wir heute brauchen diese Wendung in unserem Leben: weg vom harten Urteil über andere hin zur Hoffnung auf deren Besserung und Rettung. Wir erleben gerade in diesen Wochen viele Gelegenheiten zum unzufrieden sein, haben oft viel bessere Vorschläge, wie unsere Verantwortlichen z.B. mit dieser Krise umgehen könnten, aber wir werden ja nicht gehört u.s.w.... Nun, wirklich helfen tut uns das nicht. Und anderen auch nicht. Helfen kann uns aber: unsere Hoffnung, nein, unsere ÜBERZEUGUNG, dass es besser mit uns und ihnen steht und wir - mit hoffentlich möglichst vielen von ihnen - gerettet werden: nicht nur aus dieser Krise, sondern überhaupt. Wir haben den Schlüssel dazu in der Hand. Die Tür ist unser Gebet. Vergessen wir nicht, bei Jesus auch für diejenigen Fürsprache einzulegen, die das Verantworten müssen, was derzeit nicht zu überblicken ist. Wir stünden an deren Stelle ja auch nicht viel vorteilhafter da. "Feste Speise" scheint gerade ohnehin überall ausverkauft zu sein..

Jetzt wird auch klar, warum der alttestamentliche Vers aus den Sprüchen, der mir  zunächst so wenig passend zum Vers aus dem Hebräerbrief erschien, genau hier hin gehört: lest die Verse 5 bis 13 im Zusammenhang, dann seht Ihr: eine Prophetie für unsere Tage.

 

Ihr Lieben, in der Überzeugung, dass es besser mit uns steht und wir gerettet werden verbleibe ich mit herzlichen Grüßen

Euer Heiner

Andacht für Montag, den 18. Mai 2020

 

Johannes 14, 26: Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch erinnern alles des, was ich euch gesagt habe.

 

Im Lehrtext zum heutigen Tag spielt der Geist Gottes eine zentrale Rolle. Er wirkt auf vielfältige Weise - dazu ein paar Gedanken: In der griechischen Bibelfassung wird für den „Geist Gottes“ das Wort „Paraklet“ verwendet, im Deutschen etwa zu übersetzen mit „Tröster in Not und Bedrängnis“. Damit wird daran erinnert, dass Gott die Menschen nicht vergisst, vor allem auch nicht in schwierigen Zeiten. Doch „Paraklet“ besitzt noch eine weitere Bedeutung, nämlich „Lehrer“. Dieser Lehrer lehrt allerdings nichts Neues, Eigenes, sondern er erinnert an alles, was Jesus den Menschen gesagt hat: er gab ihnen Hilfe, Ratschläge und Gebote für das Leben miteinander. Somit tritt der Geist Gottes auf als Mahner gegen Gleichgültigkeit und er hilft, aus dem Geist Jesu eine entschiedene Position zu beziehen, also aufrichtig und konsequent zu sein. Der Mensch soll sich auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist, worauf es ankommt anstatt auf Geld, Profit, Leistung, Erfolg und Anerkennung, die leider allzu oft unser Verhalten steuern. Gottes Geist ist auch ein „Mutmacher“: er öffnet unseren Blick für andere Menschen und neue Wege und Chancen. Er gibt uns den Mut, unsere eigene Position zu finden und diese auch konsequent zu vertreten, für Friede, Gerechtigkeit und Nächstenliebe einzutreten. Und wenn der Geist Gottes Mutmacher ist, dann wird er auch zum Muntermacher: er lässt uns nämlich aktiv werden, auf andere zugehen, herausfinden, was sie brauchen, mithelfen, eine menschlichere Welt zu gestalten, die von Rücksicht und Gemeinsamkeit geprägt ist und nicht vom Kampf aller gegen alle (der Stärkere gegen den Schwächeren), wo es nur Sieger und Verlierer gibt. Also kurz gesagt: der Geist Gottes befreit zu einem sinnerfüllten Leben!

 

Ursula Reimund

Anacht für Sonntag, den 17. Mai

 

1. Könige 8, 58: "Der Herr, unser Gott, neige unser Herz zu ihm, dass wir wandeln in allen seinen Wegen."

 

In Kapitel acht Betet König Salomo in seinem Tempel zu Gott. Wann hast Du das Letzte mal zu Gott gebetet? Heute vor dem Mittagessen, gestern Abend im Bett oder war es letztes Weihnachten als Du gezwungen wurdest mit Deiner Familie in die Kirche zu gehen?Salomo bittet in Vers 58 Gott, dass er in unser Herz kommt. Doch ist es wirklich mit einer Bitte getan? Ich würde nicht auf die Idee kommen meine Freunde auf eine Party einzuladen und dann nicht Zuhause sein oder nicht die Tür aufmachen, wenn sie klingeln. Stell Dir mal vor da warten Deine Freude mit Geschenken in der Hand vor Deiner Tür und du machst einfach nicht auf. So ist es auch bei Gott. Ich kann nicht erwarten, dass Gott in mein Herz kommt undWunder vollbringt, wenn ich es verschlossen habe. Ich gebe zu es ist nicht immer leicht sein Herz zu öffnen und auf Gott zu vertrauen. Da ist z.B. der Alltag, das Arbeiten gehen, in die Schule gehen, Familie/Freunde oder ein Schicksalsschlag nach dem wir uns gottverlassen fühlen. Da kann Gott schnell mal vor verschlossenen Türen stehen, wenn er bei uns anklopft,da wir oft mit anderen Dingen beschäftigt sind und Gottes Gegenwart ganz vergessen. Dabei ist es wichtig sich trotz dem Gott zu öffnen und ich kann sagen, Gott wartet auch vor Deiner Tür mit nicht nur einem Geschenk, sondern einem ganzen Geschenkekorb!Deswegen ist Vers 58 auch ein Gebetsanliegen Salomos. Gott sollte beim Volk sein und das Volk bei Gott. Ist das in der Tat nicht das wichtigste überhaupt? Gott mit uns und wir mit Gott, dann ist nichts unmöglich, dann fehlt uns nichts, dann haben wir umfassenden Segen und können „wandeln in allen seinen Wegen“.Also worauf wartest Du noch? Gott interessiert nicht ob Du Dich seit Weihnachten nicht mehr bei ihm gemeldet hast, er wird Dich immer mit offenen Armen empfangen. Schnapp Dir Deine Bibel, nimm Dir ein paar Minuten Zeit für Gott, Du wirst es nicht bereuen.

 

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag

 

Patrick Häring

Andacht zu Samstag, den 16.Mai

 

Jesus spricht: Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen. Lukas 21, 33 Als Jesus die Zerstörung des Tempels in Jerusalem angekündigt hat, bekamen die Menschen Angst und wollten von Jesus wissen, wann das passieren würde. Er antwortete darauf, dass das noch nicht so bald geschehen würde, es aber viele geben wird, die sich für ihn ausgeben würden. Tatsächlich wurde der Tempel in Jerusalem im Jahr 70 n.Chr. von den Römern zerstört, übrig geblieben sind nur die Grundmauern, die heutige Klagemauer. Ebenso gab es viele, die sich für Jesus ausgegeben haben, nachdem er gestorben und auferstanden war.In diese üblen Zeiten hat er uns verheißen, dass er wieder kommen wird und uns erlösen wird. Er wird mit großer Kraft und Herrlichkeit in einer Wolke wiederkommen. Darauf sollen wir hoffen und uns darauf vorbereiten, denn Jesus wird mit solcher Macht kommen, dass alles andere vergehen wird. Nur seine Botschaft wird für immer bleiben.Alles Materielle, Himmel und Erde, werden vergehen, denn nichts ist für die Ewigkeit gebaut, aber seine Botschaft wird immer weiter getragen. Seit über 2000 Jahren wird Gottes Wort von einer Generation zur nächsten gegeben und hat damit bewiesen, dass es Bestand hat. Wir dürfen also voller Zuversicht und Gewissheit glauben, dass Jesu Botschaft der Liebe, wie er es uns angekündigt hat, am Ende über alles siegen wird.

Christoph Hertweck

Andacht zu Mittwoch, den 13. Mai

 

1. Könige 8, 37-39

37 Wenn im Land Hungersnot herrscht, wenn Pest ausbricht, wenn Getreidebrand, Rost, Heuschrecken und Ungeziefer auftreten, wenn Feinde sie im eigenen Land bedrängen, wenn irgendeine Plage oder Krankheit sie trifft, 38 wenn sich dann Gebet und Flehen erhebt von jedem einzelnen Menschen und von ganz Israel, weil alle die Not ihres Herzens kennen und ihre Hände zu diesem Haus ausstrecken, 39 dann höre sie im Himmel, dem Ort, wo du wohnst, und verzeih! Greif ein und vergilt jedem, wie es sein Tun verdient! Du kennst ja ihre Herzen; denn du allein kennst die Herzen aller Menschen.

 

Heute soll ein Tag des Gebetes sein. Wo immer ihr heute seid, was immer ihr tut, mit wem immer ihr beisammen seid: Zündet eine Kerze an, faltet die Hände und betet und fleht.

*für unsere Kranken, die körperlich oder psychisch leiden

*für unsere alten Menschen in  den Alten-und Pflegeheimen

*für die vielen unermüdlichen Pfleger in den Einrichtungen

*für die Familien

*für die Alleinerziehenden

*für die Kinder, die vermehrt Gewalt und Missbrauch erleben

*Für die Arbeitslosen und arbeitslos Gewordenen

*für die Obdachlosen und Straßenkinder in den Städten

*für unsere Verantwortlichen im Staat und Land

*für die Kirchen und Gemeinden

*für unsere Kinder-,Jugend-und Vereinsarbeit, dass wir einander bald wieder begegnen und
  treffen können

*für………

 

„Für den anderen zu beten ist eines der schwersten Dinge, die uns die Nächstenliebe dauernd zuweist. Fürbitte ist das wirksamste Mittel, Gutes zu bewirken, und es steht jederzeit zu unserer Verfügung.“ Charles de Foucauld

 

Ich wünsche euch allen einen gesegneten Tag in  der Verbundenheit des Gebetes

Eure Silvia

Der Herr sprach zu Salomo: Bitte, was ich dir geben soll! Salomo sprach: Du wollest deinem Knecht ein gehorsames Herz geben, dass er dein Volk richten könne und verstehen, was gut und böse ist. 1. Könige 3, 5.9Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung, sodass ihr prüfen könnt, was das Beste sei. Philipper 1, 9-10Ihr Lieben,wir wissen ja schon, dass die Bitte Salomos erhört wurde. Das nächste, was in Kapitel 3 geschieht, ist das "Salomonische Urteil". Wie hätte Gott besser unter Beweis stellen können, dass Salomo Weisheit erlangt hat und ein "gehorsames Herz" besitzt, um GottesVolk "richten" zu können?Salomo hatte von sich selbst behauptet: "Ich bin aber noch jung, weiß weder aus noch ein." (Vers 7) Wie anders steht er nun da! Salomos Urteil ist auch heute noch weltbekannt. Nicht nur unter gläubigen Menschen. Welch ein Wirken für einen jungen, gerade erst eingesetzten König!Es ist für uns auch darüber hinaus nicht verwunderlich, dass Gott großen Gefallen an der gar nicht so bescheidenen Bitte Salomos hat. Es ist viel, was der von Gott erwartet: ein gehorsames Herz! Verstehen, was gut und böse ist! Das ist ziemlich hoch gepokert! Aber Gott lässt sich regelmäßig gern darauf ein, wenn seine Berufenen viel von ihm erwarten - er sagt nicht (was ein frommer Vater hier durchaus gerne täte) "Jetzt lass mal die Kirche im Dorf und fang erst mal bescheiden und klein an. Mit dem Alter kommt die Erfahrung und die Weisheit." Nein, Gott traut Salomo all das zu, was der sich vornimmt: ein gottesfürchtiger König zu sein, gesegnet mit Weisheit!Und alles, was ein einfacher gestrickter Mensch sich vielleicht eher von Gott erbeten hätte: "ein langes Leben" (Vers 11) sowie "Reichtum und Ehre" (Vers 13) verspricht Gott ihm obendrauf. Mir kommt da das Wort Jesu in den Sinn: "Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren." (Joh. 15,7) Salomos Bitte war Eins mit Gottes Willen und so wurde seine Bitte erfüllt. Eben nicht die falsche Bescheidenheit ist eine große Zierde für uns, sondern das richtige Ziel vor Augen zu haben! DAS ist für mich die zentrale Botschaft dieser beiden Losungsverse.Paulus fügt dieser Sicht noch einen anderen Aspekt hinzu: die Liebe. Liebe reich an Erkenntnis und Erfahrung! Was passt hier und was ist hier neu gegenüber Salomos Wunsch? In Paulus' Briefen wird erheblich häufiger von Liebe gesprochen, als im ganzen Alten Testament zusammen. Auch das wundert uns nicht: "Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab..." (Joh. 3,16)Das ist die Liebe, die Paulus beseelt und die uns - VOR aller Weisheit und allem Gehorsam - zu Kindern Gottes macht. Denn: "...hätte (ich) die Liebe nicht, so wäre ich nichts." (1. Kor. 13,2)Geliebte Kinder Gottes, bleibt in Jesus und bittet, worum ihr wollt... 
Euer Heiner

"Gott, wir haben mit unseren Ohren gehört , unsere Väter haben es uns erzählt, was du getan hastzu ihren Zeiten, vor alters." Psalm 44,2

 

Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu.

 

Wir hören täglich so viele Geräusche, führen viele Gespräche, hören so unendlich viele Wörter. Doch wie viele davon nehmen wir wirklich auf? Wie viele verinnerlichen wir, lassen sie in unser Herz? Auchmüssen wir das Gehörte erst mal filtern: was ist wahr, was ist Unsinn? Was ist wichtig für mich und was ist unnötig? Einen Unterschied gibt es zudem zwischen hören und zuhören. Man hört viel, oftmals ist dies jedoch unbewusst. Zuhören dagegen geschieht immer bewusst. Ich entscheide mich bewusst dazu, etwas zu hören; jemandem zuzuhören. Aber um überhaupt jemandem zuhören zu können, muss ich vorher etwas gehört haben, was mich in irgendeiner Weise anspricht, was lustig, interessant oder auch ernstund wichtig ist.In dem Psalm der heutigen Tageslosung wird auch noch ein anderer und wichtiger Aspekt angesprochen: das Erzählen. Denn hätten die Väter nicht von Gott erzählt, hätten die Verfasser des Psalms vielleicht nie etwas von ihm gehört und auch wir wüssten heute vielleicht nicht mehr, dass es Gott gibt. Denn um jemandem überhaupt zuhören zu können, muss es diese Person geben, die etwaserzählt – in diesem Fall die Väter, die von Gott erzählen.In dem zweiten Teil der Tageslosung „Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu.“, hat sich Maria bewusst dazu entschieden Jesus zuzuhören. Sie hat sich – anders als ihre Schwester Marta, die ihre Zeit dafür verwendet hat, für Jesus zu sorgen – ihre Zeit genommen um Jesus zuzuhören. Ich finde wir sollten es Maria gleichtun und uns öfter Zeit dafür nehmen, zuzuhören. Zum Beispiel Gott, bzw. Menschen, die von Gott erzählen, zuhören. Aber Zuhören muss nicht immer heißen, anderen Menschen zuzuhören, sondern man kann auch sich selbst oder der Natur „zuhören“. Geht mal in euch und hört selbst zu. Oder geht auch mal in den Wald und achtet einfach nur auf die Vogelstimmen und die sonstige Stille, die wir durch die momentane Situation genießen können.Einen guten Anfang habt ihr auch damit gemacht, dass ihr euch hingesetzt und diese Seite aufgerufen habt, um die Andachten durchzulesen. Durch das Lesen dieser Andachten habt ihr euch bewusst dazu entschieden, Gott zuzuhören und von ihm zu hören. Gleichzeitig sollten wir es aber auch den Vätern aus dem Psalm gleichtun und von Gott erzählen. Vielleicht wollt ihr ja gleich heute damit anfangen. Erzählt zum Beispiel eurer Familie oder Freunden von Gott oder macht sie darauf aufmerksam, dass auf dieser Seite täglich eine Andacht hochgeladen wird, wo sie dann von Gott lesen können.Ich wünsche euch noch einen schönen Tag.

Eure Tamara Höft

Andacht zum Muttertagssonntag 10.05.2020

 

KANTATE – Singt dem Herrn ein neues Lied.
Guten Morgen an diesem wunderbaren regnerischen Muttertagssonntag. Darf ich deshalb zuerst allen unseren fantastischen Müttern danken, die vor 75 Jahren als Trümmerfrauen mitgeholfen haben, die zerbombten Städte aufzuräumen, die nach dem Krieg ohne ihre Männer die alten Eltern zu Hause gepflegt haben, die mit den Ochsen die Äcker gepflügt haben , die ihre kleinen Kindern ernährt und aufgezogen haben, die heute in den Dienstleistungsbetrieben bis 22.00 Uhr arbeiten, in der Nachtschicht am Krankenbett sitzen, in den Altenheimen die einzige Menschlichkeit sind, die zu Hause Kinder haben, die sich alleine das Frühstück machen müssen, die Blumen gegen die Traurigkeit pflanzen und trotz schwindender Kraft und unerträglicher Nichtbeachtung seitens der Regierung ihre Familien zusammenhalten.
An die Mütter: Die Welt wäre so arm ohne und sie ist so reich durch euch. Gott sieht euch und deshalb steht immer wieder auf, liebt und gebt niemals auf, gerade auch jetzt nicht.

Singt dem Herrn ein neues Lied. Oh ja, ich würde das gerne tun, aber wir dürfen ja in den Gottesdiensten nicht mehr singen. Und das ist doch gerade eines der schönsten liturgischen Elemente im Gottesdienst, wenn die Gemeindeglieder ihren Herzen gemeinsam Ausdruck verleihen im Chorgesang. Gemeinsam loben, gemeinsam Buße tun, Klagen und wieder einstimmen in die Freude der Vergebung. Das steckt an, doch jetzt würde das Singen angeblich anstecken. Wir traurig.

 

Verspüren Sie auch gerade in dem Moment die Sehnsucht nach Singen? Ich bin so froh und dankbar, dass das Lied und das Singen in unserem Verein so einen großen und breiten Raum einnimmt. Ich denke an unsere Kinderstunde mit dem Lieblingslied: „Kommt alle her, halli hallo, kommt alle her, seid mit uns froh“, oder an die Jungschar, wenn sie jeden Freitag mit 40 Jungen und Mädchen trällert: “Wir sind die junge Schar, lieben, die er liebt..“ oder an den Jugendkreis: „Lord, I lift your name on high“, oder an die Zeit am Lagerfeuer mit: „Hoch überm Tale…“.
 Herrlich, einfach nur herrlich. Unsere Stimmen sind verstummt. Doch eines Tages, eines Tages werden wir wieder einstimmen in das Lob und es wird umso voller klingen mit einem dankbaren Herzen, das erkannt hat, dass nicht die Anzahl an Fernreisen oder bekannten Kreuzfahrtschiffnamen erstrebenswert und kostbar ist, sondern die Gemeinschaft der Menschen, die singen und loben, weil sie erfüllt sind mit dem Reichtum der Begegnung.

Riecht ihr den Duft des Lagerfeuers, hört ihr das Geräusch des brennenden Holzes, seht ihr die Sterne am Himmel, spürt den Menschen neben euch? Zum Glück verbietet Corona uns die Sehnsucht und das Träumen nicht. Wir warten geduldig auf jenen Tag, auf jenen Abend,… er wird kommen. Und ich freue mich wahnsinnig darauf-mit euch!

Habt einen ganz besonders schönen Tag in eurer Familie und Mama drücken nicht vergessen!

Eure Silvia Engel

Gedanken zur Tageslosung 09.05.2020

Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.

5. Mose 2,7
Nun fordert man nicht mehr von den Haushaltern, als dass sie für treu befunden werden.

1. Korinther 4,2

 

Guten Morgen liebe Leser,

Ich sitze hier an meinem Schreibtisch mit Blick auf den See, halte einen Moment inne und will mich freuen. Aber irgendwie will es mir zurzeit nicht so recht gelingen. Es fühlt sich an, als ob ein Schloss an meine Seele angekettet ist und all das nicht zu ihr eindringen darf und kann, was ich zu den Dingen zähle, die mich atmen, singen und fröhlich sein lassen und mich das sein lassen, was ich liebe. Corona hat mir das unbeschwerte Lachen genommen. Meine Gesichtszüge sind ernster und sorgenvoller geworden. Und dieses Warteschleifenstehen macht mich träge und behäbig und ich verabscheue es.
Zudem mache ich mir große Sorgen um die Trockenheit in der Natur, den fehlenden und bitter nötigen ausgiebigen Regen und um unsere Kinder, die keine Lobby haben. Ich habe noch nichts gelesen von Perspektiven für die Kinder-und Jugendarbeit. Das gibt mir ob des Stellenwertes dieses Teils der Bevölkerungsgruppe sehr zu denken und bestätigt leider meine bisherigen Beobachtungen. An der aktuellen Situation kann ich nichts ändern, Geduld muss ich nach wie vor aufbringen, die Sehnsucht nach Gemeinschaft mit den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in den vor dem 16. März gewohnten Umfeld weiterhin aushalten, auch wenn es zunehmend unerträglich wird.
Und nun kommt dieser Bibelvers heute in der Losung:
„Der Herr, dein Gott hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände. Er hat dein Wandern durch diese große Wüste auf sein Herz genommen.“
Ich bin nun gezwungen, meine etwas gefrustete Stimmung beleuchten zu lassen von einem, der die Unheile dieser Welt kennt und der sie mit den Menschen durchlitten hat und der in all den weltpolitischen Zuständen einen Blick für mich, für jeden Einzelnen von uns hat: Gott.
Ja, Gott, ich muss dir zustimmen und zugeben, dass du die Arbeit meiner Hände gesegnet hast. Ich darf dich loben und staunen für alles, was du mir hast gelingen lassen. Gerade rattert es meinem Kopf und Erinnerungen an unzählige beglückende Erlebnisse, Lebensphasen, wache Entscheidungen… tauchen auf… und die Liste wird immer länger. Und dafür bin ich dir von Herzen dankbar. He, ich schmunzle und lächle über den zweiten Satz, der Mose, dem großen Wanderer und Führer des Volkes Israel durch die Wüste gelten: „Er hat dein Wandern durch diese große Wüste auf sein Herz genommen.“ Was für ein wunderbar emotionaler Satz, der mein Herz wärmt und das Schloss an meiner Seele aufschließen will. Der Herr, der das Volk Israel nie verlassen hat, der Herr, der seinen Sohn Jesus Christus auf die Erde schickte, um ihn für uns sterben zu lassen, der Herr, der uns an Pfingsten mit dem Geist der Leidenschaft beschenken wird, ist auch der Herr meines Lebens mit all seinen „wüsten“ Momenten und an dessen Herz mein Leben angeheftet ist. Ich bin Gott nicht egal, er liebt mich und hält mich fest an seinem Herz. Ihr lieben Leser, ich wünsche Ihnen einen Tag der großen Freude und Zuversicht, dass Gottes Blicke sich nie von uns abwenden und dass seine Güte und Freundlickeit uns an die Hand nehmen und er mit uns weiterwandert.

„Vor Gott dürfen wir unsere Masken fallen lassen. Unsere wunden Punkte brauchen wir nicht zu verstecken. Er will sie mit seiner Liebe berühren und verändern.“ Birgit Schilling

Ein frohes Wochenende

Silvia Engel

Gedanken zur Tageslosung 08.05.2020

Die Schwiegermutter Simons aber lag darnieder und hatte das Fieber; und alsbald sagten sie Jesus von ihr. Und er trat zu ihr, ergriff sie bei der Hand und richtete sie auf; und das Fieber verließ sie.

Markus 1,30-31

 

Jesus ging oft ein und aus im Hause des Simon Petrus. Wer schon einmal eine Israelreise gemacht hat, erinnert sich an Kapernaum mit den Fundamenten und Resten der Synagoge und an die Ausgrabungen der möglichen Häuser jener Zeit. In einem dieser Häuser hat womöglich auch Petrus mit seiner Familie und der Mutter seiner Frau gelebt. Man muss sich die drei Jahre der Jüngerschaft und Wanderschaft Jesu mit seinen Jüngern so vorstellen, dass sie in fast allen Landesteilen und auch im Ausland Syrophönizien waren, von Ort zu Ort zogen und den Menschen die Botschaft Gottes Liebe brachten, die allen Menschen bedingungslos galt. Aber immer wieder haben sie ihre Touren unterbrochen, weil sie wieder ihrer Arbeit nachgehen und für ihre Familien das Einkommen sichern mussten. Das war ohnehin schwer, aber Jesus hat sie gelehrt, dass Gott für sie sorgt und sie sich keine Sorgen machen sollen. Und da Galiläa, das Gebiet um den See Genezareth ihr Zentrum war, hielt Jesus sich öfters in Kapernaum auf und war Dauergast bei Simon. Wohl auch deshalb hat Jesus eine besondere Beziehung zu Petrus Mutter aufgebaut und hat die jüdisch orientalische Gastfreundschaft in diesem Hause erlebt. Nun ist diese Frau krank geworden und hatte Fieber. Wir wissen nicht, ob sie daran gestorben wäre, aber wir lesen im Markusevangelium:“..und alsbald sagten sie Jesus von ihr. Und er trat zu ihr, ergriff sie bei der Hand und richtete sie auf; und das Fieber verließ sie.“ Ich habe von Jesus kein Bild eines Wunderheilers und er wollte auch keiner sein. Immer dann, wenn sie ihn nach einer Heilung zum König machen wollten, hat er sich den Menschen entzogen. Jesus wusste um die Gefahr und er hat ihr widerstanden. Er wusste um seine Kraft, aber er ist behutsam damit umgegangen, weil die Welt vor ihm und nach ihm dieselbe bleiben wird: krank und vergänglich, sterblich und mühsam. Dennoch: immer wieder hat er zeichenhaft einen Blick erhaschen lassen in das verlorene Paradies ohne Krankheit und Tod und einen Ausblick gegeben auf die Ewigkeit, in der das alles überwunden sein wird. Zudem rührte es in immer wieder an, wenn Menschen Not litten und seine Liebe und Zuneigung riefen in ihm nicht nur Mitleid hervor, sondern bewegten ihn zum Handeln. Eine dieser Menschen, die dies erfuhren, war seine Schwiegermutter. Wir lesen von keinem Spektakel und spiritistischen Abläufen und irgendwelchem Hokuspokus, sondern in schlichten Worten lesen wir: „..er trat zu ihr, ergriff sie bei der Hand und richtete sie auf…Wieviel Liebe und Berührendes liegt in diesen Versen. Ich stelle mir das bildlich vor und sehe Jesus am Bett dieser Frau. Mit Achtung, Würde und Zuneigung tritt er an ihr Bett und sieht sie an. Wunderbares geschieht, da wo Jesus an-sieht und Menschen wieder ein Ansehen gibt. Alsbald nimmt er ihre Hand und berührt sie und richtet sie auf. Und das Fieber verließ sie.

Ich wünsche uns allen, dass wir gerade in den aktuellen Social Distance Zeiten einen nicht vergessen, der uns nahe ist und der uns innerlich anrührt und aufrichtet. Er hat die Kraft und die Liebe, uns heute zu begegnen mit und in allem, was uns schmerzt und belastet.

Silvia Engel

Gedanken zur Tageslosung 07.05.2020

Du bist ein Gott der Vergebung, gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Güte.

Nehemia 9,17

Sind wir untreu, so bleibt er treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen.
2. Timotheus 2,13


Ihr Lieben!
Heute bin ich ganz und gar unsicher, von welcher Seite aus ich die Verse angehen soll. Ja, Israel hatte Gott während des Exodus wahrlich jede Menge gute Gründe geliefert, das Projekt fallen zu lassen. Wer Lust verspürt, mag das Kapitel 9 lesen, die Liste ist lang. Andererseits hatte er ihnen aber auch keine leichte Aufgabe gestellt...
Und auch Paulus richtet sein Wort an Timotheus im Sinne von "Kampf und Leiden", wie es im Luthertext überschrieben ist. Auch da ist eine Aufgabe beschrieben, die gottgegeben, aber weiß Gott nicht leicht ist: "sei stark", "wer in den Krieg zieht", "wenn auch jemand kämpft", "Sterben wir mit, so werden wir mit leben", "verleugnen wir, so wird er uns auch verleugnen" - alles im kurzen zweiten Kapitel, lest nach!
Sind wir uns dessen bewusst, dass wir uns im Krieg befinden und kämpfen? Unser Leben fühlt sich wohl selten so an, jedenfalls in unseren Breitengraden. Was können wir berichten aus unserem "Frontabschnitt". Vormarsch? Begradigung des Frontverlaufs? Stellungskrieg?
Unser Frontabschnitt ist ruhig. Wir sind nicht auf der Flucht wie das Volk Israel beim Exodus, wo es, wie in Nehemia 9 beschrieben, reichlich Fehler begeht - nicht nachvollziehbare Fehler, wie uns heute im Nachhinein scheint. Aber nachher sind wir meistens schlauer (ich sagte es schon einmal) und uns steht es gut an, Verständnis für die so schwer zu begreifenden Treulosigkeiten der Israeliten - zumal in dieser Phase völliger Abhängigkeit - zu zeigen.
Unser Frontabschnitt ist ruhig. Wir stehen auch nicht wie Paulus und Timotheus in den vordersten Linien, wo Haft und Todesstrafe ohne weiteres täglich auf sie warteten. Unsere Aufgabe scheint wohl eher die Wachsamkeit und die Bewahrung des Errungenen zu sein. Auch das ist nicht leicht, aber wir können uns glücklich schätzen, unseren Glauben nicht in Saudi-Arabien oder Nordkorea auf den Prüfstand stellen zu müssen.
Wer Interesse hat, sich ein Bild über die Lage der Glaubensfreiheit in vielen Ländern der Erde zu machen (sofern nicht bereits vorhanden), mag einmal beim ehrwürdigen überkonfessionellen christlichen Hilfswerk "Open Doors" nachschauen.

Ich möchte jetzt niemandem zu nahe treten und mir wird selbst ganz schwindelig bei diesen Gedanken: wir werden derzeit sehr geschont! Aber GERADE DAS ist unsere Herausforderung: das Errungene bewahren, auf feindliche Aktivitäten achten, und zwar nicht so ungefähr von ferne, sondern sehr genau und durchaus auch unbequem. Man darf durchaus auch mal widersprechen, sich durchaus auch mal unbeliebt machen, durchaus auch mal allein "auf verlorenem Posten stehen", wenn in der Diskussion sich gar niemand mehr mit den Heilserwartungen unseres Glaubens identifizieren kann.
Das passiert oft gar nicht einmal zuerst dort, wo man das erwartet, sondern oft gerade dort, wo die Botschaft Jesu doch hingehört: in den christlichen Gemeinden! Gestern las ich auf "evangelisch.de" unter der Blog-Überschrift "Lasst die Kirchen zu" den Satz "Fakt ist" (diese Einleitung ist immer verdächtig), "Corona lässt sich von Gebeten nicht beeindrucken und ein Gott schon gar nicht." Wie bitte? Sagt selbst: kann man das so stehen lassen oder nicht?
Diese wachrüttelnden Gedanken sollen uns aber nicht in die Defensive drängen. Dazu sind Gottes Zusagen auch gar nicht geeignet: sie sollen ermutigen, auch Konfrontationen auszuhalten, auch den Moment des Alleinseins unter vielen anderen. Sie sollen ermutigen für unsere offensive Haltung, unser (eigentlich immer unpassendes) Eintreten für die Botschaft vom Heil und von der Versöhnung mit Gott. Denn gerade in der Not ist er uns nahe.
Sollte es uns aber dennoch einmal geschehen, dass wir untreu geworden sind - wem ist diese Erfahrung fremd? - Kopf hoch! Er kann sich nicht selbst verleugnen: er bleibt uns treu und wir dürfen es erneut versuchen. Fehler machen zu dürfen ist überhaupt das beste Entwicklungspotential im Leben.
Also, mutig voran - nicht fehlerfrei, aber offensiv. Der einzige Fehler, aus dem wir nichts lernen könnten, wäre der, ohne Jesus Christus mutig voran zu gehen, aber vor diesem Fehler brauche ich hier doch niemanden zu warnen, oder?
Seid voller Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen! Der Tag rückt stetig näher!
Euer Heiner

Gedanken zur Tageslosung 06.05.2020

Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

Lukas 1,78-79

 

Es waren aufregende Zeiten im Leben des hochbetagten Paares Zacharias und Elisabeth: ein Sohn namens Johannes wurde ihnen geboren. Nachbarn, Verwandte, Menschen kamen, um sich über die Geburt des Jungen zu freuen. Stolz und mit leuchtenden Augen durfte Zacharias auf Fragen der Menschen nach seinem Namen die Antwort geben: „Johannes“. Große Verwunderung, denn  in dieser Familie hieß niemand so und es war Tradition, dass der Sohn den gleichen Namen wie der Vater trug. Aber der Engel, der Zacharias die Geburt ankündigte, machte auch eine klare Ansage zum Namen: „Gott ist gnädig“. Dieses Kind ist ein wunderbares Geschenk für diese Eltern und in ihm und durch dieses Kind wird sichtbar, wie liebevoll Gottes Handeln an uns Menschen ist. Im Anschluss rund um die Ereignisse dieser Geburt lesen wir den Lobgesang des Zacharias. Wir erinnern uns, dass Maria bereits ihre Freude und ihre Dankbarkeit über ihr Kind in einem Lobgesang ausgedrückt hat. Nun aber sind diese beiden Lobgesänge nicht einfach nur poetische Texte, die zugleich auch in der Klassik und in Messen wunderbar vertont wurden. Sie sind in ihrem Tiefsten Ausdruck des „Lebensprogramms“ der Kinder, in diesem Fall unweigerlich verknüpft mit dem Schicksal des Volkes Israel und damit auch mit uns. Gott braucht diese beiden Kinder, um die Welt neu zu machen und den Weg zum Frieden zu zeigen.
„Und du Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen. Du wirst vor dem Herrn hergehen, dass du seinen Weg bereitest und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk zur Vergebung ihrer Sünden, durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch welchen uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe, auf dass er erscheine denen, die da sitzen  in Finsternis und Schatten des Todes und richte unsere Gedanken auf den Weg des Friedens“
Gott kam in Jesus Christus auf die Erde, um den Menschen gnädig zu sein, sie zu überschütten mit Liebe und Freundlichkeit und ihnen ein neues Herz zu schenken, dass sieht, liebt, achtet und sich einsetzt für Frieden und Gerechtigkeit.
Was für eine große Vision und zugleich was für eine große Verantwortung, die diesem noch kleinen und unwissenden Kind zugeteilt ist. Johannes hat sein Leben mit dieser Vision gelebt und ist den Weg mit dieser Berufung konsequent gegangen.

 

Was für ein Privileg, Mensch dieser Erde sein zu dürfen.
Was für ein Geheimnis, großartig begabt zu sein.
Was für eine Herausforderung, seine Berufung zu entdecken und zu leben.
Was für ein Geschenk, Bote Gottes für den Frieden zu sein.

 

Wünsche euch einen wundervollen Tag

Silvia Engel

Gedanken zur Tageslosung 04.05.2020

Die er aus den Ländern zusammengeführt hat von Osten und Westen, von Norden und Süden: Die sollen dem Herrn danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut.

Psalm 107,3.8

Der Knecht im Gleichnis sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber auch noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Landstraße und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde.

Lukas 14, 22-23

 

Ein volles Haus, voll mit Lachen und Freude, ein voller Küchentisch oder ein gefüllter Jugendraum. All dies sind Dinge, die wir gerade in diesen Zeiten vermissen. Uns fehlt der Umgang mit unseren Freunden und den Menschen, die wir gerne um uns haben.

Auch der Herr im Gleichnis will nicht länger allein sein, sondern sein Haus mit Menschen füllen. Am liebsten mit seinen Freunden oder Menschen die er gernhat. Doch diese haben alle Ausreden, warum sie nicht zu ihm kommen können. Sie sind mit wichtigeren Dingen beschäftigt und wollen ihm keine Gesellschaft leisten. Deshalb bittet der Herr seinen Knecht dann mit allen anderen Menschen zu füllen, egal ob sie jung oder alt, krank oder gesund sind oder welchen gesellschaftlichen Stand sie haben. Er möchte einfach nicht allein sind und hatte auf die Gesellschaft seiner Freunde gehofft und findet schlussendlich Gesellschaft bei fremden Leuten, die er eigentlich gar nicht kennt.
Wie oft hetzen wir alle durch unseren Alltag? Wir versetzen unsere Freunde, benutzen Ausreden, weil wir immer denken, wir hätten wichtigeres zu tun. Doch gerade jetzt merken wir, wie wichtig uns die Gesellschaft anderer ist. Wir merken, dass ein Besuch bei der besten Freundin oder dem besten Freund oder bei Oma und Opa extrem wichtig ist. Deshalb versuchen wir nun vieles, wenn auch nur virtuell über Skype oder FaceTime nachzuholen. Plötzlich nehmen wir uns Zeit und merken, was wir oftmals verpasst haben.

Wir alle sollten dankbar sein, dass Gott uns so wunderbare Menschen zur Seite gestellt hat, mit denen wir durchs Leben gehen dürfen und die uns immer begleiten. Er zeigt uns auch, dass es Menschen von überall her sein können, denn er hat uns alle Miteinander vereint.

In den momentanen Zeiten hoffen wir alle auf Wunder. Doch eigentlich sind wir selbst alle kleine Wunder, erschaffen von Gott und durch ihn niemals allein.

Auch wenn uns momentan allen die Gesellschaft fehlt sollten wir wissen, dass wir nie allein sind, denn unser Herr ist stets bei uns.

Dennoch sollten wir alle lernen Gesellschaft nicht als selbstverständlich zu sehen, wir sollten uns öfters Zeit nehmen und nicht von einer Ausrede zur nächsten wandern.

 

Genießt die momentane Gesellschaft mit euren Lieben daheim und bleibt Gesund.

 

Caro Waibel

Gedanken zur Tageslosung 03.05.2020

Abner rief Joab zu: Soll denn das Schwert ohne Ende fressen? Weißt du nicht, dass daraus am Ende nur Jammer kommen wird?

2. Samuel 2,26

Zum Frieden hat euch Gott berufen.

1. Korinther 7,15

 

Einen Streit fallen zu lassen, es gut sein lassen und nachgeben. Nachgeben und einfach aufhören. Aufhören damit immer stur an einer Sache festzuhalten und auf seiner Meinung zu beharren. Das fällt wohl nur wenigen von uns leicht. Dabei könnte das Aufhören in einer Streitsituation so eine enorme Erleichterung für alle Beteiligten sein. Es eröffnet die Möglichkeit aus diesem Kreis des Streites herauszukommen und einen neutralen Blick auf die ganze Situation zu erlangen. Denn ist es nicht so, dass oft ein Streit durch eine Kleinigkeit entfacht wird und dann immer mehr und mehr Dinge mit einfließen, alte Kamellen wieder herausgeholt werden und wir uns immer im Kreis drehen um das eigentliche Problem herum?

Wenn wir uns mal an die Situationen erinnern, in denen wir es geschafft haben aufzuhören und unsere Sturheit zurückgelassen haben, fällt dann nicht auf, wie befreiend dieses Gefühl war? Durch den ruhenden Schlagabtausch wird uns die Chance gegeben nicht mehr blind an einer Sache festzuhalten, sondern wieder aufmerksam zu werden und sich Gedanken darüber zu machen, was zu diesem Streit ursprünglich geführt hat. Mit dieser Klarheit kann dann ganz anders an die Situation herangegangen werden. Wir können in Ruhe mit unserem Gegenüber darüber sprechen und meist löst sich das Problem dann ganz von allein.

Wie schön ist es, wenn wir in Frieden miteinander leben. Frieden. Ein so wohlwollendes Wort, dessen große Bedeutung uns ein so schönes und fröhliches Miteinander beschert.

 

Gerade in dieser schwierigen Zeit, in der uns vieles nicht passt und wir uns enorm eingeschränkt fühlen, sollten wir dennoch auch nie vergessen dankbar zu sein. Dankbar dafür, dass wir in einem Land leben dürfen, in dem solch eine außergewöhnliche Situation zum Schutz aller gehandhabt wird, und vor Allem, dass wir in Frieden leben können.

 

Friede sei mit euch!

Mona Kuhfeld

Gedanken zur Tageslosung 01.05.2020

Ist denn die Hand des Herrn zu kurz?
4. Mose 11,23
Schaut die Lilien auf dem Feld an: wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, sie spinnen nicht. Ich sage Euch, dass auch Salomo in seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden?
Matthäus 6,28-29.31

 

Ist das unser Thema? Haben wir Sorge um das tägliche Brot? Um genug Kleidung? Auf den ersten Blick sehe ich das Gegenteil: zu viel von allem! Aber schauen wir einmal genauer hin: wir befinden uns mitten in der Bergpredigt. Ein echtes Highlight in den Ansprachen, die Jesus hält. Hier wimmelt es von Paradoxien und Provokationen!


Jesus verlangt viel von seinen Zuhörern, er stellt die Welt auf den Kopf.
- Die Seligpreisungen: gerade die Schwachen sind auserwählt!
- Licht und Salz: IHR, die einfachen Leute, seid es! Auf EUCH kommt es an.
- Das Gesetz: NICHT EIN BUCHSTABE wird vergehen
- Die Gerechtigkeit: Seid BESSER als die Pharisäer und Schriftgelehrten (die Profis)!
- Das Töten: Das Töten beginnt schon mit schlechten Gedanken!
- Der Ehebruch: Schon ein Blick des Begehrens ist Ehebruch!
- Der Eid: Nicht der falsche Eid, JEDER Eid ist falsch! Ja oder Nein, mehr gilt nicht!


So geht es ohne Ende weiter, lest selbst nochmal die Kapitel fünf bis sieben. Jesus stellt alles auf den Kopf. Und dann kommt die Rede auf das liebe Geld: "Niemand kann zwei Herren dienen." (Matth. 6,24). Wir haben die Wahl: sorgen WIR für uns, dann gehen wir einen Bund mit dem Geld ein. Lassen wir GOTT für uns sorgen, sind wir mit ihm im Bund.Jesus öffnet bei dieser Gelegenheit seinen Zuhörern die Augen für die Pracht und die Schönheit der Schöpfung Gottes: die Lilien herrlicher als Salomo. Weil Gott sie so geschaffen hat, nicht sie selber.

Er hat uns nach seinem Ebenbild geschaffen! Was sollten wir daran verbessern können oder wollen? All die schönen Dinge, mit denen wir uns umgeben, helfen uns nicht, ins Vertrauen zu kommen. Aber auch die Sorge um das Existenzielle, das tägliche Brot, die Wohnung, die Kleidung, entfremdet uns von seinem Bund: "Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft." (Vers 32)
Ist denn die Hand des Herrn zu kurz? Wovor fürchten wir uns, und warum? Dieser Tage haben wir vielfach die Möglichkeit, uns zu fürchten: dem einen steht die Insolvenz vor Augen, dem anderen der Arbeitsplatzverlust, in Kurzarbeit sind eh schon etliche. Existenzängste stellen sich ein, auch bei mir. Es ist die Zeit der Bewährung. Glauben wir, das Gott für uns sorgt?
Ich habe zweimal meinen Arbeitsplatz verloren, 1991 und 2002. Heute bin ich seit acht Monaten im Krankenstand und habe keinen Plan, ob und wie es beruflich weitergehen wird. Jedes mal war es eine ENTSCHEIDUNG, die zu treffen war: lasse ich der Angst, die ja völlig zu Recht da ist, das letzte Wort? Glaube ich wirklich an Gottes Fürsorge?
Ich verrate es Euch (Ihr ahnt es schon): Er war bei mir und hat mich hindurch getragen. Wir hatten ein kleines Kind und kein ausreichendes Einkommen. Gott schickte fast täglich Menschen zu uns, die uns mitbrachten, was sie übrig hatten - und es war just immer genau das, was uns fehlte! Am Morgen war das Fahrrad gestohlen worden, am Abend kam ein Freund und erzählte mir, dass er eins übrig hätte. Bevor ich ihm überhaupt von meinem Verlust erzählen konnte...
Ja, die Sorge ist da und sie ist ein Teil von uns. Das ist völlig in Ordnung. Wenn sie aber das letzte Wort hat, hat Gott nichts zu melden. Also: denkt an die Lilien auf dem Felde! Er hat sie gemacht. Und daran, dass er auch Euch gemacht hat. Und daran, dass seine Hand nicht zu kurz ist. Nutzt die Zeit der Unsicherheit, um Euch zu vergewissern.
Bleibt gesegnet und - der Welt zum Trotze - voller Zuversicht!
Euer Heiner

Gedanken zur Tageslosung 30.04.2020

Ihr Lieben, wenn uns unser Herz nicht verdammt, so reden wir freimütig zu Gott, und was wir bitten, empfangen wir von ihm; denn wir halten seine Gebote und tun, was vor ihm wohlgefällig ist.

1. Johannes 3,21-22

 

Als Gottes Kinder dürfen wir auf Gott vertrauen und wir dürfen offen zu ihm reden, ihm unsere Bitten vortragen und ihm Danke sagen für alles Gute, was er uns tut. Gott hat uns aufgegeben, uns einander zu lieben, weil jeder von uns ein Geschöpf Gottes ist. Aber das fällt oft nicht leicht und wir können dieses Gebot der Liebe allzu oft nicht einhalten, was wir dann auch in unserem tiefsten Inneren, unserem Herz, erkennen.
Jetzt haben wir zwei Möglichkeiten: entweder wir wollen den Fehler, den wir einem Mitmenschen gegenüber begangen haben nicht zugeben, wir wollen ihn nicht um Verzeihung bitten, unser Herz hat sich vor dem Mitmenschen verschlossen und uns verdammt. Aber Gottes Herz ist viel größer als wir denken, denn Gott hat das alles in seinem großen Plan mit eingeplant, uns kann also nichts passieren.
Aber Gottes Plan sieht auch vor, dass uns unser Herz nicht verdammt, dass wir unsere Fehler eingestehen. Dann reden wir freimütig zu Gott. Gott hat immer ein offenes Ohr für uns, auch wenn wir schlechte Dinge getan haben und ihn um Verzeihung bitten wollen. Und genau das möchte Gott von uns: er erwartet nicht, dass wir ohne Sünde leben - das kann nämlich kein Mensch, aber er möchte, dass wir zu unseren Fehlern stehen, sie bekennen und uns entschuldigen. Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit (1. Joh 1, 9). Wenn wir unsere Schuld also aufrichtig bekennen, halten wir uns an seine Gebote und tun, was vor ihm wohlgefällig ist. Dann dürfen wir auch versichert sein, dass wir das empfangen um das wir ihn bitten.
Christoph Hertweck

Gedanken zur Tageslosung 29.04.2020

Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn.

Römer 12,11

 

Diese Bibelstelle lohnt sich, sie in ihrer Ganzheit zu erfassen. Also: sogleich Römer 12,9-21 lesen. Das Kapitel ist überschrieben mit: Mahnung zu brüderlicher Gemeinschaft. „Ach, lieber Paulus“, denke ich gerade eben: “Wenn du wüsstest, dass wir gerade auf der ganzen Welt Abstand voneinander halten müssen und deine wunderbaren und hilfreichen Worte und Empfehlungen gar nicht in ihrer Bewegung leben und praktizieren können.“
„Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dienet dem Herrn“.
1. Runter vom Sofa und ab an die Arbeit. Es gibt den Sonntag als Ruhetag, wo eben nicht Rasen gemäht, gebügelt, repariert und homeoffice gemacht werden soll, sondern in den Gottesdienst gegangen, ausgeruht und der Beziehungspflege (einschließlich Gott) Raum gegeben werden soll. Aber an allen anderen Tagen hat die Faulheit und Trägheit keinen  Platz. Gott hat uns zum fleissigen Arbeiten geschaffen, damit wir auch etwas schaffen, damit wir das tun, was wir eigentlich ehrlicherweise wissen. In den Versen davor spricht Paulus von gelebter brüderlicher Liebe, der Herzlichkeit und der Ehrerbietung. Das fällt uns oft sehr schwer, aber es gilt, alle möglichen Entschuldigungen für die eigene Bequemlichkeit zu überwinden.
2. Unser Tun soll und muss nicht latschig und abgestanden sein und wirken. Langeweile und Lustlosigkeit sind von Gestern, schlechte Laune und Kreativlosigkeit werden überwunden. Durch was? Durch den Heiligen Geist, der an Pfingsten die Jünger in Ekstase gebracht und sie unerschrocken Zeugnis vom Auferstanden hat geben lassen. „Wir brauchen einen neuen Frühling, einen Frühling des Geistes, einen Frühling des Herzens.“ Phil Bosmans.
Macht die Fenster und die Herzen auf, lasst das Feuer lodern und brennen und steckt andere an.
3. Ja Jesus, mach uns bereit, dir zu dienen. Aus Liebe, aus Freude, aus Stolz. Nicht mir, nicht anderen, sondern dir und damit doch auch mir und den anderen, weil du in uns lebst. Danke, dass du uns gedient hast, die Füße gewaschen , Brot und Wein geteilt, dein Leben gegeben hast.

„Herr, ich bin ein fauler Esel, darum komme ich zu dir, damit du mir hilfst und mein Herz anzündest.“

Martin Luther

Lasst es euch gut gehen, genießt den Regen und den neuen Frühling

Silvia Engel

Gedanken zur Tageslosung 28.04.2020

So richtet nun euer Herz und euren Sinn darauf, den HERRN, euren Gott, zu suchen.

1. Chronik 22,19

Lauft so, dass ihr den Siegespreis erlangt.

1. Korinther 9,24

 

Oh, die beiden Verse lesen sich leicht und haben es aber in sich! David hat viel erreicht in seinem Leben, aber die Aufgabe, den Schlusspunkt zu setzen, den Bau des Tempels, überträgt er Salomo, seinem Sohn. Das ist in vielerlei Hinsicht löblich, denn wir sollten die Welt nicht so gestalten, dass für unsere Kinder keine Gestaltungsspielräume mehr bleiben. Der Tempel wird prächtig werden und das Werk des alten David krönen.
Aaaaber: entscheidend ist etwas anderes! Herzen und Sinne müssen auf Gott ausgerichtet sein. DAS ist das Entscheidende. Sonst wäre die Mühsal Davids umsonst gewesen, "hunderttausend Zentner Gold und tausend mal tausend Zentner Silber, dazu Kupfer und Eisen, das nicht zu wiegen ist..." (Vers 14) herbeizuschaffen. Und das vor der Erfindung der Eisenbahn!
DAS ist der Leitspruch für unser Leben: Richtet Herz und Sinn auf Gott! Alle materiellen Bemühungen, und seien sie noch so löblich und hilfreich, verlieren ihren Sinn ohne unsere Ausrichtung. Nur um des Tempels willen braucht es keinen Tempel.
Was also ist unser Siegespreis? Ich möchte frech behaupten: "Dabei sein ist alles!", auch wenn Paulus es anders formuliert. Denn der ganze Vers 24 lautet: "Wisst ihr denn nicht, dass alle, die in der Kampfbahn laufen, die laufen alle, aber einer empfängt den Siegespreis? Lauft so, dass ihr ihn erlangt."
Das ist leicht misszuverstehen! Hier ist nicht gemeint, dass von allen, die sich bemühen, Gott zu finden, nur einer die Möglichkeit erhält. Nein, hier ist gemeint, dass von allen Möglichkeiten, das Leben zu gewinnen, das Ewige freilich, nur EINE gewinnen kann: unsere Ausrichtung auf Gott. Es geht nicht darum, "besser" zu sein als die anderen auf der Kampfbahn. Es geht um das Ziel: lauft so, dass ihr IHN erlangt. (Andere Ziele könnt Ihr erlangen, so viele Ihr wollt, aber DAS EINE ist der Siegespreis. Die anderen sind vielleicht schön, aber entbehrlich.)
Also, liebe Mitstreiter auf der "Kampfbahn", lasst uns laufen, gebt alles - aber gebt es nicht umsonst, behaltet das Ziel im Auge. Aber Euch muss ich das ja eigentlich nicht sagen, oder?

 

Seid gesegnet, zielgerichtet und siegreich.
Euer Heiner

Gedanken zur Tageslosung 27.04.2020

Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes, des Herrn.

1.Mose 3, 8

Ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet, sondern ihr habt einen Geist der Kindschaft empfangen, durch den wir rufen: „Abba, lieber Vater!“

Römer 8, 15

 

In unserer Zeit sind Ängste aller Art unsere ständigen Begleiter. Augenblicklich ist besonders die Corona -Pandemie zu nennen, die das Leben in wenigen Wochen rund um den Globus in nie vermutetem Ausmaß verändert hat. Die Angst vor dem unsichtbaren Virus und seinen Folgen für unsere Gesundheit, den Arbeitsplatz, unsere Wirtschaft, den getrübten Zukunftsperspektiven engt uns ein, nimmt uns längst selbstverständlich gewordene Freiheiten. Die Ungewissheit und momentane Lebensangst ist es, die uns Menschen in diesen Tagen gleichsam ein Stück Knechtschaft verordnet.

Wie war das eigentlich bei Paulus, dem Verfasser unserer heutigen Textstelle aus dem Römerbrief?  Er, der wegen seines Glaubens an Christus verfolgt, gefangen, gefoltert und später hingerichtet wurde, kannte die Angst. Aber selbst die leidvollsten Erfahrungen ließen ihn nicht resignieren und aufgeben. Seine Motivation, sein Antrieb war der Geist Gottes, der ihn die frohe Botschaft über das Mittelmeer nach Europa und bis Rom tragen ließ. Dieser Geist Gottes kann auch uns heute helfen unsere Ängste zu überwinden.

So wie Kinder ein Urvertrauen gegenüber den sie liebenden Eltern entwickeln, sodass sie bei der Mutter bei Verletzungen Trost oder beim Vater in Gefahrensituationen Schutz suchen, so dürfen wir als Kinder Gottes unserem Gott vertrauen und all` unsere Ängste, die uns plagen, hinter uns lassen und sie ihm anvertrauen. Der Geist Gottes schafft in uns dieses kindliche Vertrauen. Wenn es bei Paulus heißt „Abba, lieber Vater!“, so ist das eine zärtliche aramäische Anrede für Vater. Es meint einen Vater, der sanft, verständnisvoll, liebevoll und geduldig ist und an den man sich vertrauensvoll wenden kann, in welcher persönlichen Situation man sich gerade auch befinden mag. Unsere Ängste dürfen wir getrost im Gebet Gott anvertrauen, wie im folgenden Gebet nach Hilde Domin:

Gott, Vater im Himmel, ich will nicht verzweifeln an meinen Begrenzungen. Ich will mich nicht knechten lassen von dem, was ich muss oder soll. Lass` mich frei atmen durch deinen Geist, der mir Kraft und Inspiration ist.

Lass mich vertrauen und vertreibe die Angst, denn ich bin dein Kind. Amen

Dieter Reimund

Gedanken zur Tageslosung 26.04.2020

Ich rief zu dem HERRN in meiner Angst, und er antwortete mir.

Jona 2,3

 

Wer kennt sie nicht, die biblische Geschichte vom unglücklichen Jona, der von einem Wal verschluckt und wieder ausgespuckt wurde? Sie gehört neben vielen anderen Geschichten zu den spannendsten und meist erzählten in der Kinderstunde, im Religionsunterricht oder auf Freizeiten. Und manchen werden unvergesslich die Bilder aus der Kinderbibel sein, wenn sie einen als Kind vorgelesen, oder man sie selber lesen konnte.
Dieser Jona, er sollte von Gott nach Ninive geschickt werden, um dem gottlosen Treiben der Herrschenden und des Volkes die Gerichtsbotschaft vom drohenden Untergang zu predigen. Er wollte sich nicht lächerlich machen und in Lebensgefahr bringen, wusste er doch, dass Gott sowieso gnädig sein würde und entschied sich zur Flucht, in die entgegengesetzte Richtung, wo Gott ihn nicht finden würde. Er heuert in Joppe, einem Hafen an der israelischen Mittelmeerküste als Matrose an und gerät mit dem Schiff in einen Sturm. Die Ursache dieses Sturms sieht er bei sich und um die Strafe „der Götter“ abzuwenden, lässt er sich über Bord werfen. Der Sturm beruhigt sich, die Mannschaft atmet auf. Das Leben ist zurückgekehrt. Nicht für Jona. Sein Tod ist besiegelt, denn von nun an gibt es kein Entrinnen und keine Fluchtmöglichkeit mehr. Er wird sterben. Da sitzt er nun, lebendig gefangen im Rachen eines Wales, tief unten im Meer, in unfassbarer und aussichtsloser Todesangst. Im Text lesen wir von drei Tagen und Nächten.
Aus Berichten und Reportagen, aus Erzählungen und vielleicht sogar aus dem eigenen Leben wissen wir um ausweglose und lebensbedrohliche Situationen, die für Menschen  „Hölle“ sind.
„Mein Gott, warum hast du mich verlassen“, schreit Jesus am Kreuz und steigt hinunter in das Reich des Todes, der absoluten Gottverlassenheit.
Jona betet.
„Da rief ich zum Herrn in meiner Angst und er erhörte mich.“ Spätestens hier ertappe ich mich bei dem Gedanken: „Ja, ja, selber schuld, wärst du Gott gehorsam gewesen und nach Ninive gegangen“, oder: „Ja, ja, wenn man in Not ist, dann plötzlich fängt man an zu beten und sonst denkt man nie an Gott..“ Dieses Denken ist nur allzu menschlich.
Aber hier nun geschieht etwas vom Wunderbarsten und Unbegreiflichsten: Gott macht sich in seinem Wesen sichtbar. Er ist Liebe und Erbarmen und deshalb ist sein Handeln eins mit seinem Wesen. Er kann nicht anders als gnädig zu sein. Und Jona wusste das und weil er es wusste, konnte er in das Herz seines liebenden Gottes schreien. Der Wal spuckt ihn an Land, zurück ins Leben.
„Am dritten Tage auferstanden von den Toten..“ Gott hat Jesus, seinen geliebten Sohn durch die Todesängste und Todesnächte gehen lassen, damit wir in solchen Ängsten getröstet sein  und verstanden wissen können von ihm, der dies selber durchlitten hat. Und durch die Auferstehung glauben wir, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, sondern das Leben, das stärker ist als der Tod.
„In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“ (Joh. 16,33).

 

Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe.
Ich lobe meinen Gott, der mir die Fesseln löst, damit ich frei bin.
Ehre sei Gott auf der Erde in allen Straßen und Häusern, die Menschen werden singen, bis das Lied zum Himmel steigt.
Ehre sei Gott und den Menschen Frieden, Frieden auf Erden.

Ich wünsche euch allen einen frohen und gesegneten Sonntag

Eure Silvia

Gedanken zur Tageslosung 25.04.2020

Der Herr wird sich wieder über dich freuen, dir zugut, wie er sich über deine Väter gefreut hat

5. Mose 30,9

 

Freuen kann ich mich über wirklich viele Dinge. Wenn ich mit meiner Familie zusammen bin, ein richtig guter Schokokuchen, ein kuscheliges Tier, Sonne auf der Haut, schlechte Witze, bunte Blumen, guter Wein, ein frisch bezogenes Bett, und noch sooo viel mehr!

Schon allein, wenn ich an diese vielen Sachen denk kommt mir ein Lächeln auf die Lippen. Wir müssen uns diese kleinen Freuden in unserem Alltag manchmal wieder bewusster machen. Nehmt euch doch am Wochenende mal Zeit und schreibt eine Liste, macht eine Mindmap oder malt euch eure Freuden auf. Und immer, wenn es euch in nächster Zeit schwer fällt nach vorne zu sehen, schaut euch alle Dinge an, die euch glücklich machen. Vor allem die Dinge, die wir nach dieser Zeit wieder machen können und uns dran freuen werden.

Ganz oben auf meiner Liste steht gemeinsames Lachen und Gemeinschaft.

Wir werden uns alle über einander freuen, wenn wir uns wiedersehen.

In jeder CVJM Gruppe, bei Freunden, bei Gott.

Gott wird sich immer über dich freuen – über unsere Gemeinschaft.

Diese Freude beruht auf Gegenseitigkeit. Vor allem wenn wir jetzt auf Gott vertrauen und ihm unsere Freude von daheim schenken. Auch wenn wir diese manchmal im Alltag vergessen, durch die Freude an Gott sind wir stark. Der Herr gibt uns jetzt Kraft, um die Freude zu spüren und später noch mehr zu schätzen.

Bleibt daheim, bleibt gesund und glaubt an eure Stärke und die unendliche Freude, wenn wir uns alle wiedersehen können.

Denn die Freude am Herrn ist eure Stärke   Nehemia 8,10

 

Stefanie Megerle

Gedanken zur Tageslosung 24.04.2020

Herr, gedenke doch an deinen Bund mit uns und lass ihn nicht aufhören!

Jeremia 14,21

 

Viele biblischen Texte beschäftigen sich mit der Mensch Mensch Beziehung. Wie halte ich die 10 Gebote ein, wie zeige ich Mitgefühl, wie kann ich meinen Nächsten lieben wie mich selbst? Die heutige Tageslosung aus dem Alten Testament zeigt etwas ganz anderes auf. Die große Angst, dass Gott den Bund mit uns beendet. Im Vers davor heißt es: Wir wissen es, Herr, und geben es zu: Wir sind vor dir schuldig geworden. Die Angst beruht also darauf, dass Gott den Bund beendet als strafe für ihre ihre Sünden. Aus der Situation und Zeit gesehen war diese Angst vielleicht nicht berechtigt aber umso verständlicher als jetzt. Jesus war noch nicht auf der Welt gewesen und war auch noch nicht für unsere Sünde gestorben.

Ist diese Angst aber heute noch berechtigt?

Die Gründe zum zweifeln häufen sich glaube ich bei jedem, bei mir zumindest. Wir können Gott nicht sehen und auch nicht fassen. Meine allergrößten Gründe sind einmal wie im Vers gesagt: die Angst, dass das Bündnis verloren geht und zweitens, dass es Gott einfach nicht gibt. Bei beiden Szenarien würde mein Vertrauen komplett zusammenbrechen.

Jeremia war in einer Situation in dem sein Vertrauen zu Gott schon sehr geschwächt war. Das Judäische Volk war in einer großen Hungersnot und er betete und nichts passierte. Eine menschlich nachvollziehbare Angst von Jeremia ist folglich, dass die Not eine Strafe Gottes ist und der Bund, wie in der Losung gesagt, aufgelöst werden könnte.

Wie ungerecht ist es denn bitte, dass Jeremia mit diesem riesigen Zweifel unter dem herrschenden Gott des Alten Testaments lebt und wir davon durch den liebenden Gott befreit sind. Die Angst ist, um auf die Frage zurück zu kommen, nicht berechtigt aber wenn wir sie haben heißt es in der diesjährigen Jahreslosung: Ich glaube; hilf meinem Unglauben! (Markus 9,24) und ich weiß, dass er unserem Unglauben hilft. Was für ein krasser Zuspruch aber dass wir das Glück haben, unter diesem liebenden Gott zu leben kann schon ungerecht sein. Warum Gott diesen Zuspruch Jeremia nicht gab kann mir glaube ich niemand beantworten. Oder?

Grüßle

Eure Helen

Gedanken zur Tageslosung 23.04.2020

Darum werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.

Hebräer 10, 35

 

Vertrauen, ein sehr wohlklingendes schönes Wort. Vertrauen ist eine sehr wichtige Basis im Umgang mit anderen Menschen. Kann ich jemanden nicht vertrauen will ich automatisch nichts mit dieser Person zu tun haben.

Vertrauen ist aber auch keine Grundeigenschaft, man muss sie erarbeiten und immer wieder zeigen das sie noch da ist.

 

Auch die Hebräer, an die dieser Vers gerichtet ist, hatten ein großes Vertrauen in Gott.

Aber dann wurden sie verfolgt, bestohlen und verhaftet.

Kein wunder schwindet bei ihnen das vertrauen. Sie waren verzweifelt, wussten keinen Ausweg aus ihrer Situation. Der Verfasser des Briefes will sie ermutigen. Bleibt dran am Glauben. Es lohnt sich. Er versucht ihnen den Blick zu öffnen und nach vorne zu sehen.

 

Wir haben auch oft mit etwas zu kämpfen, etwas was uns den Mut raubt, etwas das unseren Blick auf den Boden sinken lässt und man sich nur noch mit diesem Problem beschäftigen kann. Es scheint als würde es nicht weiter gehen. Aber es gibt immer ein Morgen! Es lohnt sich in den schweren Zeiten auf das Vertrauen anderer zu vertrauen. Wenn du selber nicht weiter weist, vertrau darauf das es jemand anderes weis. Sei es ein Freund oder eben Gott. Jemanden einfach mal Vertrauen, egal wie verrückt die Idee ist, kann manchmal wundersame Ergebnisse hervorbringen.

„Darum werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.“

 

Alina Tepper

Gedanken zur Tageslosung 22.04.2020

Und ich schwor dir's und schloss mit dir einen Bund, spricht Gott der Herr, daß du solltest mein sein.

Hesekiel 16,8

Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus.

Galater 3,26

 

Ihr Lieben!
Wie unterschiedlich sind doch die Situationen, in denen die beiden heutigen Verse gesprochen oder geschrieben wurden! Da ist die Stadt Jerusalem zur Zeit Hesekiels, zu der Gott spricht "dass du solltest mein sein", die damals ganz und gar kein Vorbild für uns darstellte und für die Gott doch so viel Liebe im Herzen trägt, dass er sich erinnert, wie er sie aus dem Elend zu Schönheit und Ruhm geführt hat. Wie groß muss sein Schmerz sein, als er sieht, wie sie mit seinen Geschenken umgeht. Das Kapitel 16 zu lesen erfordert ein gewisses Maß an innerer Stabilität, sonst kann es deine Verfassung schwer eintrüben. Ein langes, trauriges Kapitel, das in Vers 60(!) endlich doch einen Hoffnungsschimmer zulässt, nämlich indem Gott seine Vergebung für "alles, was du getan hast" verspricht.
Ja, er würde den Bund erneuern nach all der Schmach und Schande, das hatte er geschworen (Vers 8), und wenn Gott schwört - na da können wir Menschen uns eine Scheibe von abschneiden. Von einem "ewigen Bund" spricht er. Was mag sich die Stadt Jerusalem darunter vorgestellt haben? Dass Gottes Sohn vor ihren Toren hingerichtet werden würde als Lösegeld für ihre Schuld und die Schuld aller Menschen, die ihn als ihren Herrn annehmen? Sicher nicht.
Ja, die alten Propheten zu lesen ist nicht immer schön. Immerhin: der Gang zum Zahnarzt macht ja auch keinen Spaß, hat aber seinen Wert. Das Lesen der Propheten kann schmerzhaft und heilsam zugleich sein, wenn z. B. Parallelen zu meinem Leben erkennbar werden: was war geschehen, bevor Gott sich mir (vermutlich zum hundertsten Mal) zu erkennen gab und ich mich als 28-jähriger Atheist endlich, endlich bekehren konnte? Hatte nicht auch ich - ganz nach Jerusalemer Vorbild - die Gaben Gottes (materiell wie geistlich) erhalten und damit ganz andere Dinge angestellt, als Gott sich vorgestellt hatte? Hatte ich nicht die gleiche Schmach und Schande verdient, von der Gott in Vers 58 spricht: ...die musst du tragen"? Ich musste es nicht und ich bin heute noch so dankbar dafür, dass ich mich an jenem Tag einfach in seine Arme fallen lassen konnte und Geborgenheit und Vergebung spürte, ja mehr noch: WUSSTE.
Die Scham, die Jerusalem zwingt "ihren Mund nicht mehr aufzutun", wenn alles vergeben wäre (Vers 63), die blieb mir erspart. Dafür hatte Jesus gesorgt, dafür hatte er den "ewigen Bund" begründet, dafür hatte er sich vor den Toren Jerusalems kreuzigen lassen. Mein Mund ging auf und ich versuchte, meinen Dank und mein Glück auszudrücken. Und Gottes ewiger Bund wäre nicht ewig, wenn er mir nicht an jedem Tag seit dem bewusst geworden wäre.
Gottes Kinder in Christus Jesus! Was kann ich Euch noch gutes Wünschen, wenn Ihr das von Euch sagen könnt! Bleibt gesegnet!
Euer Heiner

Gedanken zur Tageslosung 20.04.2020

Nun aber, da ihr von der Sünde frei und Gottes Knechte geworden seid, habt ihr darin eure Frucht, daß ihr heilig werdet; das Ende aber ist das ewige Leben.
Römer 6,22

 

Frei von der Sünde sollen wir sein? Ich bin neugierig, was Paulus wohl damit meint, erlebe ich doch mich täglich schmerzhaft in wissentlichen oder unwissentlichen Verfehlungen. Da ist schnell ein liebloses Wort gefallen, wenn ich mich nicht beherrschen kann. Da übernehme ich ungeprüft eine Meinung über einen anderen Menschen. Und nicht zu verschweigen sind die täglichen Ungerechtigkeiten in unserer Welt, die das Leben von Menschen und der gesamten Schöpfung verletzen oder gar zerstören. Daran könnte man wahnsinnig werden und verzweifeln.
Ich bin so froh,  dass Paulus sich theologisch dieses schweren Themas angenommen und versucht hat, unsere Fragen aufzunehmen und nach Antworten und einer möglichen Glaubenswahrheit zu suchen. Die  Antwort ist eigentlich ganz leicht: Christus hat durch seinen Tod am Kreuz die Schuld der Welt und damit die ganze Sünde der Welt auf sich genommen und damit das verlorene Paradies wieder hergestellt. In Jesus Christus und dem Glauben an ihn ist der Mensch gerecht gemacht vor Gott. Er ist Gott wieder „recht, richtig“. Das nennt die Bibel Gnade. Die Frage in diesem Kapitel im Römerbrief war nun, ob wir denn dann bedenkenlos sündigen können, weil die Gnade ja größer ist und immer alles vergibt? Gnade ist und bleibt Gnade und Gottes Gnade wird bedingungslos und lebenslang liebevoll von Gott über uns ausgeschüttet. Dennoch: es muss darauf eine Antwort des Menschen geben. Und diese Antwort ist so wunderbar und erfrischend: Abkehr von der lebensfeindlichen Sklaverei aus der Sünde und Umkehr zum fröhlichen und hingebungsvollen Dienst der Liebe. Keine Knechtschaft mehr, sondern Kindschaft, keine Sklaverei mehr, sondern Freiheit.
Dankbar und achtsam können wir nun unbeschwert unseren Glaubensweg gehen und die Mühe des Überwinden und Beherrschen Könnens auf uns nehmen, denn es hat Jesus nicht weniger als sein Leben gekostet. Die Bibel nennt das Heiligung, an deren Ende ewiges Leben steht. Was für eine tröstliche Verheissung. Und jetzt kann es sogar Spaß machen, nicht mehr sündigen zu müssen, falls doch, dann schmeissen wir uns ins Bad der Gnade. Halleluja.

Wünsche euch einen frohen Tag

Silvia Engel

Gedanken zur Tageslosung 20.04.2020

Denn dazu habe ich ihn auserkoren, dass er seinen Kindern befehle und seinem Hause nach ihm, dass sie des Herrn Wege halten und tun, was recht und gut ist, auf daß der Herr auf Abraham kommen lasse, was er ihm verheißen hat.

1. Mose 18,19
Nun aber, da ihr von der Sünde frei und Gottes Knechte geworden seid, habt ihr darin eure Frucht, daß ihr heilig werdet; das Ende aber ist das ewige Leben.
Römer 6,22


Guten Morgen, Ihr Lieben!
Abraham ist auserkoren, ein weiteres Volk zu gründen, ein zweites, ganz besonderes Volk. Und seine Berufung geschieht ebenfalls auf ganz besondere Weise: Gott kommt in Menschengestalt (drei Männer) zu ihm und Sara und verspricht den beiden Hochbetagten, dass sie einen weiteren Sohn bekommen sollten, der einst DAS Volk begründen wird, mit dem Gott seinen Bund aufrichten wird.
Nun war Abraham ja bereits vorgewarnt worden, es hatte schon eine Ankündigung in dieser Sache gegeben (Kap. 17), aber für die neunzigjährige Sara schien dieses Vorhaben nun ganz und gar unglaublich. Ich finde das sehr verständlich...
Den oben genannten Satz aus Vers 19 spricht Gott eigentlich eher zu sich selbst, als zu Abraham. Er ist auf dem Weg nach Sodom und Gomorrha, Abraham ist ein sehr höflicher Gastgeber und begleitet seine Gäste ein Stück in diese Richtung. Da sagt Gott zu sich selber: "Wie könnte ich Abraham verbergen, was ich tun will..." (Vers 17).
Daraufhin klärt er ihn über den Zweck seiner Reise auf, woraus dann wieder ein wunderschöner Dialog zwischen Abraham und Gott entsteht, den ich Euch dringend empfehle, wieder einmal zu lesen: 1. Mose 18, 20 - 33!
Das ist eine Fürbitte! Abraham lässt Gott nicht in Frieden, er verschärft seine Bitte mehrmals (ein echter Vertrauensbeweis, wie ich finde) und Gott kommt ihm jedesmal entgegen. Ein Dialog voll von Liebe, Verzweiflung, Vertrauen und menschlicher Nähe, dass einem glatt die Tränen kommen können.
Wir gehören heute zu einem anderen Volk, unser Volk ist anders entstanden und anders konstruiert. Jesus fand Isaak und Abraham in seiner Ahnenreihe, wir finden Jesus in unserer Ahnenreihe.
Denn so, wie Abraham für die wenigen Gerechten in Sodom bittet, bittet auch Jesus für uns (nur das er die Zahl der Gerechten nicht nach unten korrigiert, wie Abraham, sondern nach OBEN!) - es ist eine ganz ähnliche Situation im Hohepriesterlichen Gebet zu finden wie in Abrahams Fürbitte (Joh. 17, 20.21): "Ich bitte aber nicht allein für sie (die Jünger), sondern auch für die, die durch ihr (der Jünger) Wort an mich glauben werden, damit sie alle eins seien."

Auch das Hohepriesterliche Gebet ist so ein Dialog, den wir wieder mal lesen könnten: berührend, wie Jesus hier um unser Heil ringt. Und entscheidend, wie er hier den Kreis der Erretteten erweitert auf alle, die ihn als den vom wahren Gott Gesandten erkennen. So kommt es, dass Paulus bis ins ferne Rom schreiben kann: von der Sünde frei und Gottes Knechte, werdet heilig! Das Ewige Leben ist Euer Ziel! Und auch ins noch fernere Stetten am Bodensee: werdet heilig! Das Ewige Leben ist Euer Ziel!
Ja, wir haben ein Ziel, das über alle Umwege, alle Hindernisse, alle Zugausfälle und Verspätungen, die uns im Leben so heimsuchen, erreichbar ist - nicht zuletzt auch, weil Jesus diese Fürbitte gehalten hat. Welch eine Liebe! Welch ein Geschenk! So lasst uns nun weiter erforschen, was unsere "Frucht" ist, die in diesem "heilig werden" sichtbar wird. Eine nicht enden wollende Aufgabe, die uns lebendig erhält.
Ich hoffe, Euch BALD wiederzusehen. Wir werden hinsichtlich unserer Geduld derzeit ein wenig mehr auf die Probe gestellt, als wir gewohnt sind. Denkt aneinander so oft wie möglich mit liebevollen Gedanken. Und übt Euch in der Vorfreude. Das gefällt Gott und tut uns allen gut.
Euer Heiner

Gedanken zur Tageslosung 18.04.2020

Der Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit, Turteltaube, Schwalbe und Drossel halten die Zeit ein, in der sie wiederkommen sollen; Aber mein Volk will das Recht des Herrn nicht wissen.

Jeremia 8.7

Sicherlich könnte man diesen Vers zum Anlass nehmen, um über die damalige geschichtliche Situation zu Jeremias Zeiten zu sprechen. Man könnte darüber schreiben, was das „Recht des Herrn“ ist, und warum dieses Volk davon nichts hören will.

Doch ich möchte an diesem Samstagmorgen den Fokus auf den ersten Teil des Verses legen. Dieser unscheinbare Satz, der selbst nach dem dritten Lesedurchgang immer noch nicht so recht einen Sinn in dem Ganzen ergeben möchte. Ich möchte das Bild der Zugvögel aufgreifen, da wir von ihnen eine Menge über unsere Glaubensgrundsätze erfahren können.

Wie bereits erwähnt sind sowohl der Storch, als auch die Schwalbe und die Drossel Zugvögel. Während sie im Sommer hier bei uns ihre Jungen großziehen, fliegen sie doch im Winter in die wärmeren Gebiete unserer Erde. Dabei legen sie enorme Strecken zurück. Und das immer wieder, ihre Leben lang. Und doch fliegen sie dann zur richtigen Zeit zum richtigen Ort zurück. Mit unserem Glauben sollte es sich genau so verhalten. Es ist ein lebenslanger Begleiter, der uns an die unterschiedlichsten Orte führt. Doch das wichtigste ist, dass wir auch wieder zu unseren Brutstätten zurückfinden. Unser Glaube kann nicht bestehen, wenn wir zu lange keine Bibel mehr aufschlagen; keine Andachten mehr hören; keinen Lobpreis mehr singen. Wir brauchen den Ort, an dem neue Ideen geboren werden, an dem wir uns austauschen können und Wissen weitergeben, und den Ort, an dem wir wieder volltanken können für einen weiteren Flug.

Und genauso wie ein Storch nicht alleine, sondern in Gemeinschaft seine Reisen beschreitet, so sind wir doch auch niemals alleine mit unserem Glauben. Wir haben immer und überall unsere Gleichgesinnten, die uns das eine Mal den Weg weisen, uns an unsere Rückkehr erinnern, oder uns Geborgenheit bieten.

Doch wie wissen nur die Vögel welchen Weg sie nach Hause einschlagen müssen? Eine Schwalbe wird darüber nicht nachdenken. Sie vertraut einfach ihrem Instinkt. Und das ist das aller Schönste an unserem Glauben: Er ist in uns! Wir können einfach darauf vertrauen, und er wird uns immer wieder nach Hause führen. Wir können uns überhaupt nicht verfliegen! Wir können nur einmal kurzzeitig nicht die schnellst-beste-Route-zurück nehmen. Aber spätestens dann werden wir eine Gruppe andere Vögel sehen, und so unseren Kurs optimieren.

Den einzigen Fehler den wir machen können, ist gar nicht erst loszufliegen. Zu vergessen, dass wir ein wirklich wichtiges Zuhause haben, und dass wir nicht die Einzigen mit Zweifeln und Vertrauensproblemen sind. Der erste Flügelschlag muss also doch immer von uns kommen, bevor wir dann sicher geleitet werden.

Und genau das Gleiche habt ihr zum Beispiel genau jetzt auch gemacht. In dem Moment, in dem ihr euch entschlossen habt, auf der CVJM-Stetten Homepage die Andacht(en) durchzulesen, seid ihr ein Zugvogel auf dem Weg zu seiner Brutstätte. Ihr wisst, dass ihr hier etwas lesen könnt, das euch guttut. Ein Ort, an dem man sich erholen kann, und einen Ausgleich zu seinem (momentan eher eintönigen) Alltag findet. Doch ohne den ersten Flügelschlag durch Mausklicken in einem Browser wäre das nicht möglich gewesen...

In diesem Sinne wünsche ich euch ganz viel Mut. Fliegt hinaus in die Welt, mischt euch unter die anderen Vögel, aber vergesst niemals die Orte, an die ihr zurückkehren solltet.

Vertraut in euch und in euren Glauben, denn nur er wird euch letztendlich führen können.

Eurer Pablo

Gedanken zur Tageslosung 17.04.2020

Sei mir ein starker Hort, dahin ich immer fliehen kann, der du zugesagt hast, mir zu helfen.

Psalm 71,3

Manchmal fühlen wir uns einsam und auf uns alleine gestellt. Doch egal wie es und geht Gott, da oben im Himmel ist da und schenkt unseren Herzen Rat, Zuneigung, Weisheit und Kraft ihn in uns stark und groß werden zu lassen. Er schenkt uns Aufmerksamkeit, egal wie es uns geht. Ob wir gerade unser fünftes Fußballturnier gewinnen oder ob wir unseren Ball zu dem bösen Nachbar geschossen haben. Ob wir ein einser Abi schreiben oder uns ein Nagel abbricht. Er ist da. Er steht uns zur Seite und gibt uns Rat. Als unseren besten Styleberater oder den tollsten Manager. Er ist da. Wir sind nie auf uns alleine gestehlt. Egal ob wir an ihn denken oder nicht. Wir werden geliebt, ob wir ihn ignorieren oder ob wir ihn preisen. Wir werden v spielt es keine Rolle ob wir Arm oder Reich sind, ob wir dick oder dünn sind oder ob wir groß oder klein sind. Also merkt euch eins. Wir sind alle Kinder Gottes und sind alle, jeder für sich, großartig.

 

Louis Rist

Gedanken zur Tageslosung 16.04.2020

Weh denen, die weise sind in ihren eigenen Augen und halten sich selbst für klug!

Jes. 5,21

Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, dass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist.

1. Kor. 2,12

 

Guten Morgen, Ihr Lieben!
Heute werden uns wohl die Leviten gelesen... "Weh denen", das klingt nicht gut!
Eingebettet in eine ganze Reihe von Wehrufen wird den Oberen des Volkes Israel ihre ganze Unfähigkeit vorgehalten und eine düstere Zukunft vorausgesagt.

Aber auch das einfache Volk, das mitgelaufene, das abgefallene, muss diese Zukunft fürchten.
Die Situation war offensichtlich aussichtslos, als Jesaja auf die Bühne trat: "Zion muss durch Gericht erlöst werden und, die zu ihr zurückkehren, durch Gerechtigkeit." (Jes.1,27). Zieht Euch warm an!
Dieser Vers 27 ist für uns aus heutiger Sicht natürlich ein Trost, weil wir heute wissen, wie Gottes Gericht arbeitet und wie unsere Gerechtigkeit möglich ist. Aber nachher ist man immer schlauer.
Und eben dies könnte unser Problem sein: dass wir schlauer sind! Dann dreht sich die Heilsgeschichte möglicherweise im Kreis, ebenso wie die Weltgeschichte es uns schon so oft vorgemacht hat. Dass wir glauben, mehr zu wissen als die Abgefallenen damals, bedeutet nicht unbedingt Gutes...
Auch jene damals waren sich sicher, zu Gottes auserwähltem Volk zu gehören, sicher, dass Gott sie gegen ihre Feinde beschützen würde, dass alles gut werde. Dabei machten sie alles falsch... Im Wissen um ihre besondere Position als Auserwählte gestalteten sie ihr Leben nicht anders als alle anderen Völker ringsumher. "Auch ist ihr Land voll Götzen; sie beten an ihrer Hände Werk..." (Jes. 2,8)
Heidenei! Wie sieht es bei uns aus? Sind wir sicher?
Gott hat uns aufgenommen in die Schar seiner Auserwählten, er hat seinen Kopf dafür hingehalten, er hat sein Leben für unsere Sünden zur Verrechnung gegeben. Da dürfen wir sehr dankbar sein, aber keinesfalls dürfen wir glauben, weiser oder klüger zu sein, als jene damals. Wir sind es nicht. Wir sind im Vorteil, aber nicht besser!
Deshalb ist der zweite heutige Vers der Losungen eine Erlösung für mich: Wir haben den Geist der Welt nicht empfangen! Ja, oft drängt er sich auf, oft übertönt er besseres Wissen, aber er füllt uns nicht aus. Was uns ausfüllt ist der Geist Gottes, den wir empfangen haben. Deshalb wissen wir, was uns von Gott geschenkt ist: Erlösung durch Gericht und durch Gerechtigkeit.
Halten wir daran fest! Wider "Besseres Wissen", wider den drängenden, tönenden Weisheiten dieser Welt. Wir wissen, was Er uns geschenkt hat, nicht mehr! Aber auch: nicht weniger...
Lasst Euch beschenken und bleibt gesegnet
Euer Heiner

Gedanken zur Tageslosung 15.04.2020

Der Herr, dein Gott, ist bei dir gewesen. An nichts hast du Mangel gehabt.

5. Mose 2,7

Manchmal, da hat man das Gefühl allein gelassen zu werden. Niemand sei mehr da. Dabei ist Gott immer bei uns. Er lässt uns nie allein. Egal wie weit wir weg sind von der Zivilisation, z.B. mitten in der Wüste wie die Israeliten. Nie vergisst er uns.
Auch haben wir manchmal das Gefühl uns fehle es an etwas, wir hätten nicht genug. Nein. Wir haben genug. Genug von dem, was wir wirklich brauchen. Wir müssen die kleinen Dinge mehr schätzen, uns nicht mit anderen vergleichen, fröhlicher sein und mit offenen Augen durch die Welt gehen. Wir wollen immer zu viel. Dabei gibt uns Gott alles was wir brauchen. Vielleicht sollten wir uns mal eine Scheibe von Minimalisten abschneiden. Wir müssen ja nicht gleich alles rausschmeißen und gründlich aussortieren, sondern uns klar werden, was uns glücklich macht und, dass dieses Glück nicht in all dem Zeug liegt, das wir Zuhause horten. Denn wie auch Silbermond sagt: “ eines Tages fällt dir auf, dass du 99% nicht brauchst. Du nimmst all den Ballast und schmeißt ihn weg, denn es reist sich besser mit leichtem Gepäck.”

Ich hoffe das ist gut so. Euch noch einen schönen Tag.
Liebe Grüße
Benita

Gedanken zur Tageslosung 14.04.2020

Denn meine Gerechtigkeit ist nahe und mein Heil tritt hervor, und meine Arme werden die Völker richten.

Jesaja 51,5

Im heutigen Tagesvers geht es um Gottes Gerechtigkeit und sein Heil, welches er auf die Welt geben wird. So ein sau guter Zuspruch in dieser Zeit: Heilung wird kommen!

Gott streckt uns seinen väterlichen Arm hin, welcher uns die Angst nimmt, wie ein Vater seinem Kind die Angst nimmt, die Angst um unsere liebsten, welche krank sind oder die Angst um die Arbeitsstelle. Gott wird uns Hoffnung geben und uns Zusprechen, wie ein Vater seinem Kind Mut macht: „Ich bin bei dir und verlasse es nicht“ wie es schon in Jesaja 41,10 steht. Am Wochenende haben wir den größten Zuspruch in unserem Glauben bekommen. Jesus hat der Tod besiegt! Halleluja. Wenn wir nach Gottes Hand greifen, wird er uns leiten wie ein guter Hirte, der uns durchs finstere Tal und durch die Pandemie führt (Psalm 23). Gott streckt uns seine Hand hin, wir müssen nur zugreifen. Auch in so einer schweren Zeit, in der uns die Decke auf den Kopf fällt, glaube ich fest daran, dass Jesus bei uns ist, wie er es uns versprochen hat. Und nun lasst uns einander zusprechen, uns einander Lieb haben und auf die ferne Gemeinschaft leben. So eine lebendige Beziehung möchte Gott mit uns und gerade jetzt können wir die Zeit nutzen und Gottes Wort lesen und uns austauschen. In dem Sinne wünsche ich einen gesegneten Tag.

Eure Hannah Brüwer

Gedanken zur Tageslosung 13.04.2020

.. und gehet eilend hin und sagt seinen Jüngern, dass er auferstanden sei von den Toten…

Matth. 28, 7

Erinnert ihr euch? Im Lukasevangelium lesen wir von den Hirten, dass sie eilend Maria und Josef aufsuchten, um sich neugierig und aufgeregt davon zu überzeugen, dass der Messias, dessen Geburt ihnen von den Engeln angekündigt wurde, auch tatsächlich geboren ist.
Im heutigen Abschnitt der Tageslosung gibt der Engel den Frauen selbst den Auftrag, eilend zu den Jüngern zu gehen, um ihnen zu sagen, dass Jesus, ihr Herr, von den Toten auferstanden ist.
Unbemerkt von der großen Politik und den täglichen Eroberungs-und Expansionskriegen des römischen Reiches, den Intrigen und Kämpfen um Herrschaft und Machterhalt, ereignen sich Dinge, von denen nur wenige Menschen Notiz nehmen oder „zufällig“ zu Augenzeugen wurden.
Bei der Geburt Jesu durften ausgerechnet die Hirten diejenigen sein, die die Botschaft des Engels hören und sich von seiner Wahrheit überzeugen und an der Freude einer Geburt in einem Stall teilhaben duften. Geburten wie diese geschahen an jenem Tag sicher noch des öfteren. Doch dieses Kind, das spürten die Hirten, musste durch seine Bestimmung ein ganz besonderes Kind sein. Im Text lesen wir weiter, dass sie das „Wort ausbreiteten, das ihnen von diesem Kinde gesagt war..“. In unserem Text heute sind es zwei Frauen, Maria und Maria Magdalena, die unvermutet und unverhofft zu Zeuginnen der Auferstehung wurden. Was war der Grund, am frühen Morgen zum Grab zu gehen? In den Osterberichten lesen wir von dem innigen Wunsch, der jüdischen Tradition folgend, den Leichnam, den man am Abend vorher so schnell vom Kreuz genommen und unter Bewachung der römischen Soldaten zügig in ein Grab gelegt und mit einem großen Stein gesichert hat ( nicht dass ihn noch jemand stehlen und dann behauptet werden würde, er sei auferstanden!), noch zu salben. Sie, die Frauen waren es, die durch ihre Rolle in der jüdischen Gesellschaft wenig zu bestimmen hatten, die aber neugierig und sehnsüchtig beharrlich immer dort auftauchten, wo sich ihnen eine Gelegenheit bot und ihre Herzen und Seelen die Worte Jesu wie einen trockenen Schwamm aufnahmen. Die beiden Frauen hatten eine besonders liebevolle Beziehung zu Jesus. Sie gehörten zum Kreis der Jüngerinnen, die immer wieder trotz aller Widrigkeiten, in einer von Männern bestimmten jüdischen Gesellschaft, Jesus begleiteten und nachfolgten. Noch vor zwei Tagen standen sie unter dem Kreuz und ertrugen unter Weinen und Klagen das unerträgliche Leiden Jesu. Sie wollten den, den sie so sehr liebten, bis zum Ende nicht alleine lassen. Er, in dem sie den von Gott verheissenen König, Priester und Prophet sahen, er, der sie ansah und ehrte, er, der ihre Liebe spürte und sie achtete. Dieses liebende Herz, ihre Sehnsucht und Traurigkeit trieb sie an jenem Ostermorgen zum Grab, um den Leichnam zu sehen und zu salben. Unbegreiflich was sie dort erwartete: Das Grab war leer und ein Engel verkündete ihnen die Botschaft, dass Jesus auferstanden ist. „Geht eilend hin und sagt es den Jüngern…“ Und wie die Frauen nun flitzten, wir sehen sie förmlich in ihren israelischen Gewändern mit pochendem Herzen, überwältigt und ganz von Sinnen, aufgeregt und verwirrt, zu den Jüngern zu eilen. Nichts vermochte sie in dem Moment aufzuhalten.
Ich wünsche uns allen an diesem herrlichen Ostermontag, dass wir uns durch nichts aufhalten lassen, die großartige Botschaft von der Auferstehung ins Leben zu verkündigen und unser Leben und Handeln von dieser großen Freude leiten lassen.
Die Frauen konnten Jesus nicht mehr salben, diese letzte Berührung war ihnen vergönnt, aber eines Tages wird die „Braut“ ihren „Bräutigam“ wieder sehen und bis dahin eilen wir unermüdlich…. hinaus in die Welt zu den Menschen.

 

Silvia Engel

Gedanken zur Tageslosung 12.04.2020

Siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.

Jesaja, 60,2

Der erste Teil der Tageslosung für den heutigen Ostersonntag mag derzeit für viele klingen, als seien die Worte für jetzt, das Frühjahr 2020, geschrieben. Die Corona-Pandemie verbreitet Angst und Schrecken. Wir bangen um unsere Gesundheit, unsere Arbeitsplätze oder unsere wirtschaftliche Existenz. Die Bilder aus den Nachrichten, zuerst aus Italien, Frankreich und Spanien, aus New York und zuletzt aus Ecuador verstören uns zutiefst. An die Ausmaße der Pandemie in Ländern, die von Armut, Konflikten, Kriegen oder Naturkatastrophen schon gebeutelt sind, mag keiner denken.
Doch dann kommt im Bibelvers das ABER. Denn wir dürfen nicht nur hoffen, wir dürfen sicher sein: ein Blick um uns herum zeigt uns - nach dem Winter kommt der Frühling mit all seiner Pracht und Lebensfreude; nach der Nacht steigt die Sonne mit einem Farbenfeuerwerk über den Horizont, das kein Künstler einzufangen vermag; nach den finsteren Neumondnächten beginnt der Mond wieder von Neuem zu leuchten bis er voll und rund vom Nachthimmel scheint; nach seinem Leiden und Sterben am Kreuz ist Jesus wieder auferstanden und hat uns bewiesen: "über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir."

Darum: seht die Herrlichkeit, die schon ist und freut euch auf die, die noch kommen wird.

Frohe Ostern!

Eure Monika Meier

Gedanken zur Tageslosung 11.04.2020

Christus hat unsre Sünden hinaufgetragen an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben.
1. Petrus 2, 24

 

Als Jesus Christus am gestern für uns gestorben ist, hat er uns den Weg eröffnet, frei von Sünden leben zu können.

Er hat durch seinen Tod am Kreuz für unsere Sünden ein für alle Mal bezahlt.
Noch liegt er aber im Grab, noch ist das Ostergeschehen nicht vollendet. Heute warten wir bangend darauf, dass er den Tod besiegt.

Aber wir dürfen schon darauf hoffen, dass das, was Jesus uns in der vorösterlichen Zeit angekündigt hat, bald geschieht.

Jesus wird für uns den Tod überwinden, daran glauben wir. Aber unser Glaube verpflichtet uns auch.

Als Christ sollen wir in der Welt mit gutem Beispiel vorangehen. Wir sollen Gerechtigkeit walten lassen und ohne wenn und aber dafür einstehen.

Schließlich hat Christus uns das aufgetragen. Wir sollen anderen ein gutes Vorbild sein, Gerechtigkeit leben.
Aber gerecht sein fällt oft schwer. Man hat einen schlechten Tag, ist mit dem falschen Fuß aufgestanden.

Dann muss eben der Partner den alten Griesgram am frühen Morgen ertragen. Oder man kommt genervt zur Arbeit, dann bekommen die Arbeitskollegen den Frust ab.

Wir wissen es oft noch im selben Augenblick, dass wir gerade nicht gerecht sind. Wir wollen es eigentlich gar nicht,

aber ein einfaches „Es tut mir Leid” fällt gerade für solche Kleinigkeiten auch nicht einfach. Jesus hat für uns die Sünden getragen,

er hat das Böse überwunden, er will der Ungerechtigkeit die Stirn bieten. Er steht uns zur Seite und ermutigt uns, mit gutem Beispiel voran zu gehen und Gerechtigkeit zu leben.
Wir dürfen darauf vertrauen, dass er mit seiner Auferstehung dann auch die Ungerechtigkeit besiegt und wir dürfen uns freuen, dass er uns seine Gerechtigkeit bringt.

Eine Gerechtigkeit, die wir heute noch nicht begreifen können. Aber wir können gewiss sein, seine Gerechtigkeit ist von unendlichen Liebe getragen und weit größer als alles was wir uns vorstellen können.

 

Christoph Hertweck

Gedanken zur Tageslosung 10.04.2020

„Halleluja – lobt den HERRN! Glücklich ist, wer dem Herrn in Ehrfurcht begegnet und große Freude hat an seinen Geboten!“
Psalm 112, 1

 

„Halleluja!“

Das war die erste Reaktion meiner Mutter als ich ihr den verloren gegangen Haustürschlüssel vor die Augen hielt. „Gott sei Dank hast du den wiedergefunden!“ Ob Gott da wirklich seine Finger im Spiel hatte oder nicht weiß ich bis heute nicht. Auf jeden Fall war meine Mutter sehr erleichtert und erfreut.

Halleluja ist auch das erste Wort der heutigen Losung, der Psalm 112, 1. Übersetzt heißt Halleluja: „Lobet den Herrn.“ Ein Freudeschrei, der bei uns etwas auslöst: Freude, Glück, Energie, Lust. Und andersrum loben und preisen wir Gott in Glücksmomenten und Momenten der Freude. Bei meiner Mutter war der Lobpreis mit dem Fund des Haustürschlüssels verbunden, in diesem Psalm ist der Lobpreis mit dem Segen verbunden, den ein Mann empfängt, der den Herrn fürchtet.

„Glücklich ist, …“ so gehts weiter im Text des Psalms 112. Eine Anleitung zum Glück! Cool, darauf habe ich gewartet! Ich habe da schonmal ein paar Ideen, was mich glücklich macht: Auf dem Motorrad dem Sonnenuntergang entgegenfahren, am Strand auf Koh Ta Kiev im warmen Sand liegen, Tomate-Mozzarella-Salat oder in Uno gegen meinen Bruder gewinnen. Doch der Autor von Psalm 112 beschreibt sein wahres Glück mit: „…wer dem Herrn in Ehrfurcht begegnet…“. Hat jemand von euch eine Idee, was das bedeutet? Was soll das für ein Glück sein?

Wenn mich ein bissiger Hund mit fletschenden Zähnen anbellt, dann habe ich Angst und keine Ehrfurcht. Ehrfurcht vor Gott hat nichts mit Angst vor Bissen oder Strafe zu tun. Womit dann? Lass es mich an einem Beispiel aus meinem Leben erklären. Als ich 18 wurde, drückte mir mein Vater die Schlüssel unseres Autos in die Hand und sagte: „So, jetzt kannst du mich morgen ja von der Arbeit abholen. Pass gut drauf auf!“. Am nächsten Tag stieg ich ins Auto ein und fuhr ganz langsam und vorsichtig, Zentimeter für Zentimeter, immer am Schleifpunkt der Kupplung aus unserer Garage raus, um bloß keinen Schaden anzurichten. Auf der Straße bin ich sehr vorsichtig gefahren, habe aus der 2- eine 3- Sekunden-Regel gemacht und habe mich erst nach einigen Kilometern getraut schneller zu fahren. Warum? Weil ich den Wert des Vertrauens, das mir mein Vater geschenkt hat kannte und ich alles daransetzte, es nicht zu verlieren. Mit unserem Leben hat uns Gott etwas viel Wertvolleres als die Schlüssel eines Autos geschenkt. Ehrfurcht vor Gott haben heißt, dass ich dieses riesige Geschenk wertschätze, ihm Sorge trage und es genieße. Es heißt, dass ich Gott anerkenne, ihm treu bin, ihm nachfolge und dadurch glücklich werde. Wenn du jetzt denkst, dass du doch auch durch andere Sachen, wie ein Nutellabrot wenn du hungrig bist, glücklich werden kannst und dazu gar kein Gott brauchst, muss ich dir widersprechen. Das stimmt leider nur bis zu einem gewissen Punkt, denn das Glück - und noch so viel mehr - was uns Gott gibt ist viel größer und ergiebiger als das kurzanhaltende Nutellabrot-Glück. Das macht Gott so mächtig. Und unser Leben ist nicht Gottes einziges Geschenk. Ehrfurcht vor Gott haben heißt auch wertschätzen, dass Jesus für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist. Daran denken wir an dem heutigen Tag und zeigen Ehrfurcht vor Gott.

„Glücklich ist, wer … sich über seine Gebote freut!“

Das ist der zweite Teil der Anleitung. Aber sind Gesetze und Gebote wirklich Grund zur Freude und zum Glück? Erlebe ich nicht das Gegenteil, dass Gebote mich einschränken, meine Selbstverantwortung beschneiden und meistens nur lästig sind? Naja, als ich mein Vater fragte warum denn der TÜV so penibel in Deutschland ist meinte er: „wenns koin TÜV gäb und dir euner ande Karre na fährt, no wärsch froh drum!“ Die Moral von der Geschicht, solange man nicht betroffen ist, nerven uns manche Gesetze. Als betroffener ist man froh, dass es sie gibt. In Psalm 112 geht es aber nicht um unsere Gesetze in Deutschland, sondern um die zehn Gebote. Die zehn Gebote sind doch eine staubige und trockene Sache, oder? Wenn du noch kein Halstuch gemacht hast, kannst du im zweiten Buch Mose 20 die zehn Gebote nochmal nachschauen. In der Bibel finden wir sie nicht als trockener Gesetzestext im Juristendeutsch, sondern inmitten der phantastischen Geschichte der Israeliten. Da ist die Vergangenheit mit der Sklaverei in Ägypten. Die Gegenwart mit der anforderungsreichen Wüstenwanderung. Und die Zukunft mit dem Land, in dem Milch und Honig fließen. Alles in allem ein spannendes Abenteuer. Die Gebote, von denen wir im Psalm 112 lesen, sind eingebettet in eine große Geschichte voller Leben – alles andere als staubig. Wenn wir sie auf heutige Zeiten übertragen und uns größtenteils daranhalten würden bin ich mir sicher, dass die Erde ein Glücklicher Planet wäre.

Halleluja!

 

Patrick Häring

Gedanken zur Tageslosung 09.04.2020

Lasst uns gehen, den Herrn anzuflehen und zu suchen den Herrn Zebaoth; wir selber wollen hingehen.
Sacharja 8,21

 

Der Tempel zerstört, das Volk frustriert. Sacharja wird von Gott beauftragt, Gottes Volk zu ermutigen, er spricht in eine Zeit hinein, als Israel wieder aus der Gefangenschaft in Babylonien zurückgekehrt ist. Doch der Tempel ist zerstört, das Volk ist klein und spürt die Unterdrückung noch in den Knochen.
Kapitel 8, wo auch der heutige Losungsvers herkommt, beschreibt das künftige Heil für das Volk Gottes und für alle Völker. Sacharja prophezeit, dass Menschen aller Völker kommen werden um den Herrn zu suchen und ihn anzuflehen.
In der Situation, in die das hineingesprochen wird, sind diese Voraussagen eigentlich unglaublich, die Länder um Israel herum sind stärker und größer, sie haben eigene prunkvolle Götter, wer will da schon ins schmächtige Israel kommen um den Gott der Israeliten zu suchen?
Wir sehen, dass wir aus der menschlichen Perspektive eigentlich nichts sehen.
Gott blickt in die Ferne, er sieht den Ausgang der Geschichte. Und wenn er solche Zusagen macht, dürfen wir erkennen, dass unsere Perspektive zu klein ist um darüber ein Urteil zu fällen und dürfen vertrauen, dass er, der allmächtig ist, sehr gute Pläne hat.
Und was für eine geniale Zusage ist es da, dass Menschen aus allen Völkern sich jetzt schon und in Zukunft nach Gott ausstrecken, ihn anflehen und suchen.
Eine Zeile aus einem sehr bewegenden Lied lautet: "Ich wünsche nur jedem den Retter zu kennen und Gott nicht nur Herr sondern Vater zu nennen".
Es ist so großartig, dass wir dabei helfen dürfen, dass wir Menschen an die Hand nehmen dürfen, die auf der Suche sind, dass wir auf dieser Welt ein Licht für Gott sein dürfen, das den Menschen zeigt, wie wundervoll unser Herr ist.
Erinnern wir uns doch einmal daran, wie das bei uns war, als wir uns das erste Mal nach Gott ausgestreckt haben, noch orientierungslos auf der Suche waren, wie wir heute noch zweifeln und kämpfen und wie gut es ist zu wissen, dass wir uns jederzeit nach Gott ausstrecken dürfen und dass es überall auf dieser Welt Menschen gibt, die Licht für Jesus sind.
Lasst uns Licht sein auf dem Weg von Menschen, die auf der Suche sind, denn es sagen auch heute viele: Lasst uns gehen, den Herrn anzuflehen und zu suchen den Herrn Zebaoth; wir selber wollen hingehen.

Ich wünsche euch gesegnete und besinnliche Feiertage, unser großartiger Gott segne euch!
Mirjam Gallenkämper

Gedanken zur Tageslosung 08.04.2020

Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus.
Psalm 51, 14

 

Unser heutiges Losungswort stammt aus dem Psalm 51. Er ist einer von mehreren Bußpsalmen, die dem König David zugeschrieben werden und die allesamt das Bekenntnis von Schuld als Thema haben. Im 14. Vers dieses 51. Psalms richtet David die inständige Bitte an Gott, sich ihm erneut zuzuwenden mit den Worten „Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus“. Was war vorgefallen, dass David diese dringende Bitte vor Gott bringt? Wenn wir an David denken, haben wir wohl zuerst den einfachen Schafhirten vor Augen, der von Gott zu Größerem bestimmt war und von Samuel zum König des Volkes Israel gesalbt wurde, der mit seinem Harfenspiel Sauls dunkle Gedanken vertreiben konnte, der mutig und erfolgreich im Kampf gegen die Feinde Israels war und es bis ganz nach oben schaffte. Aber gerade in diesem Psalm begegnet uns eine andere Seite Davids, der David mit seiner menschlichen Schwäche und Schuld, der David, der auf dem Höhepunkt seiner Macht mit Bathseba Ehebruch begeht und ihren Mann von seinem Feldherrn an die Kriegsfront stellen lässt, wo dieser umkommt. Als David seine Sünde vom Propheten Nathan vorgehalten wird, fleht er Gott um Vergebung und Reinigung von seinen Sünden an. Er bereut seine Tat, unter der schweren Belastung seines Gewissens sehnt er sich nach einem neuen Herzen und fleht Gott an: „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist“ (Vers 12). Die Veränderung muss von innen, d.h. vom Herzen aus erfolgen.

Und welche Bedeutung haben diese Psalm-Worte für uns heute? Fühlen wir uns überhaupt noch als Sünder, die Buße tun sollten? Mord oder veranlasster Mord kommen zum Glück nicht allzu häufig vor, gelegentlich erfährt man davon aus den Medien. Und Ehebruch- na ja, manche Zeitgenossen sehen darin eher ein Kavaliersdelikt- aber sich deshalb gleich als Sünder fühlen und gar Buße tun? Und doch versündigen wir uns Tag für Tag, ohne uns dessen bewusst zu sein: durch unseren Lebensstil und den verschwenderischen Umgang mit Ressourcen fügen wir der Natur schweren Schaden zu. Doch können und wollen wir uns absolut nicht vorstellen, daran etwas zu ändern, auf irgendeine Errungenschaft der modernen Zeit zu verzichten. Auch nehmen wir ohne zu protestieren zur Kenntnis, dass in anderen Ländern Menschen, oft ganze Bevölkerungsgruppen unterdrückt werden, häufig von diktatorischen Herrschern. Wir protestieren nicht, weil wir negativen Einfluss auf die wirtschaftlichen Beziehungen zu diesen Ländern befürchten, es geht um Profit. Und durch unser Kauf- und Konsumverhalten schädigen wir kleinere Betriebe und Händler (z.B. durch Shopping im Internet), und unterstützen Massentierhaltung und intensive Landwirtschaft, da die Produkte billiger sind. Wir hätten also allen Grund zur Umkehr und Buße- doch sind uns unsere Sünden gar nicht bewusst! Dafür gibt es vor allem zwei Gründe: Zum einen werden die Folgen unseres Verhaltens meistens erst mit einiger zeitlicher Verzögerung deutlich, so dass also der Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung nicht unmittelbar erkennbar ist. Zum anderen verhalten sich ja viele Menschen genauso wie wir, haben denselben Lebensstil- und so entsteht bei uns das Gefühl: wenn alle um uns herum so leben, kann das ja so schlimm nicht sein! Doch dabei übersehen wir, dass es höchste Zeit ist zur Umkehr, dass wir einfach nicht weitermachen können wie bisher. Wir müssen bereit und willig sein zu einem Verhalten, das geleitet wird durch Rücksicht auf Natur und Umwelt und durch Einsatz für Gerechtigkeit. Dafür wollen wir Gott bitten!

 

Ursula und Dieter Reimund

Gedanken zur Tageslosung 07.04.2020

Der HERR, der König Israels, ist bei dir, dass du dich vor keinem Unheil mehr fürchten musst.
Zefanja 3,15

Jesus sprach zu den Jüngern: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben?
Markus 4,40

 

Furcht. Angst. Unbehagen. Egal wie wir es nennen, irgendwie fürchten wir uns doch alle vor irgendwas. Sei es die bevorstehende Klausur, für die man zu wenig gelernt hat oder die Konsequenzen, wenn wir einen Fehler gemacht haben oder der Virus, der unser Leben gerade sehr stark beeinflusst. Wir fürchten uns alle.
An sich ist das nicht wirklich ein Problem oder etwas Schlechtes. Wir Menschen sind eben so geschaffen, dass wir Angst haben oder dass wir an manche Dinge unsicherer ran gehen, als an andere. Das wird sich in den nächsten Jahrhunderten auch nicht ändern.
Was sich aber ändern kann ist, dass wir uns nicht allein dieser Angst stellen müssen, sondern, dass Gott an unserer Seite steht. Er wird für uns zwar nicht die Klausur schreiben oder die Fehler, rückgängig machen, damit wir sie uns nicht eingestehen müssen. Er wird auch nicht mit dem Finger schnipsen und den Virus verschwinden lassen. Er wird aber (und da bin ich mir ganz sicher) bei uns sein und neben uns stehen, was die Angst schon um Einiges verringert, weil man weiß, dass man nicht alleine ist.
Weil man weiß, dass man das alles nicht alleine durchstehen muss.
Weil man weiß, dass jemand neben dir steht und dich unterstützt.

Das ist wie bei einem Läufer, kurz vor dem Marathon. Gott wird diesen Marathon nicht laufen, er wird aber davor im Training der Freund sein, der dem Läufer hilft, sich vorzubereiten. Er wird derjenige sein, der am Ziel der Strecke steht und den Läufer anfeuert und er wird auch derjenige sein, der ihn dann tröstet, falls es der Läufer es nicht schafft beziehungsweise derjenige, der mit ihm feiert, falls er gewinnt.

Und das sagen diese beiden Verse aus. Auf der einen Seite Zefanja, der uns sagt: „Hey Gott ist bei dir, also musst du dich nicht fürchten“ und auf der anderen Seite Jesus der seinen Jüngern auch nochmal sagt: „Habt ihr eigentlich vergessen, dass Gott bei euch ist?“
Persönlich finde ich, wir brauchen alle Mal einen Jesus, der uns daran erinnert, dass wir uns beruhigen sollten, da Gott bei uns ist. Denn Gott lässt uns nicht allein, wenn wir uns fürchten.

 

Sina Meier

Gedanken zur Tageslosung 06.04.2020

Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme.

Johannes 18,37

 

Am Sonntagmorgen hatte ich mal zwei Stunden für mich. Kind und Kegel waren eine Runde spazieren, ich musste keine Pampers schließen, sondern konnte mein Hirn öffnen, über einen Bibelvers nachdenken – und am Ende etwas lernen, obwohl ich‘s nicht ganz verstanden habe. Oder anders gesagt: Gerade weil ich es nicht ganz verstanden habe, habe ich es kapiert. Erklär ich euch gleich!

Erst mal teile ich euch meine Gedanken zum vermeintlich einfachen Einstieg des Verses mit. Da ist jemand geboren und in die Welt gekommen. In dem Fall geht es um Jesus. Und ich frage mich,  weshalb Johannes diesen Satz bis zum ersten Komma so unnötig verlängert hat. Geboren und in die Welt gekommen – ist das nicht ein Synonym? Und als ich einem Kleinkind unterhalb meines Balkons beim Laufradfahren zusehe und einem Raben beim Landeanflug auf einen Ast, erkenne ich den feinen Unterschied.

Geboren werden wir, weil es bei Mama und Papa vor zehn Monaten nicht beim Gute-Nacht-Kuss geblieben ist und die Hebamme einen guten Job gemacht hat. Dafür können wir nix, es geschieht einfach – ein passiver Akt. Aber dann geht’s ab: Wir kommen in die Welt. Das erste Atmen, die ersten Bewegungen, der erste Blick. Später krabbeln wir, richten uns auf, brabbeln die ersten Worte, bauen und zerstören, lachen und weinen, wachsen und lernen täglich dazu. So kommen wir Schritt für Schritt in die Welt und dort immer mehr an. Wir gestalten unser Leben aktiv.

Und dann ist die Frage: Wer bin ich in diesem Leben? Ein Statist oder die Hauptrolle? Führe ich Regie oder trage ich Kulissen durch die Gegend? Bin ich so, weil es in meinen Genen steckt? Ist mein Werdegang vorbestimmt, vom Schicksal etwa?

Die Startvoraussetzungen der Menschen sind unterschiedlich. In welchem Land ich aufwachse, wie mein Elternhaus ist, ob ich Geschwister habe, ob ich das älteste oder jüngste davon bin, ob um mich herum Bomben fliegen oder meine Eltern mich mit Liebe überschütten – all das prägt mich und hat einen enormen Einfluss auf das, was später kommt. Gleiche Voraussetzungen gibt es nicht, fair wirkt das auch nicht – nur können wir uns auf eines verlassen: Dass wir vor Gott alle gleich sind. Er macht keinen Unterschied, er nimmt uns so, wie wir sind. Also können wir wachsen und gedeihen, wie wir eben sind – Schritt für Schritt und jeden Tag ein wenig mehr in die Welt kommen.

Und jetzt kommen wir sogleich zum anschließenden zweiten Teil: zur Wahrheit. Paar Sätze später im Vers fragt Pilatus Jesus, was er denn bitte mit der Wahrheit meine. Jesus antwortet nichts. Und genau das ist die Antwort: Die Wahrheit müssen wir bitteschön selber herausfinden.

Im Gegensatz zu etlichen klaren und unmissverständlichen Anweisungen und Antworten, die uns die Bibel gibt – du sollst nicht töten zum Beispiel –  müssen wir uns bei der Wahrheit schon ordentlich recken und strecken, um dahinterzukommen. Was meint Jesus mit der Wahrheit?

Täglich sind wir von Wahrheiten umgeben, besser gesagt: von vermeintlichen Wahrheit. Denn die Wahrheit hängt immer vom Blickwinkel ab. Ein Beispiel: Zwei Kinder haben sich gestritten. Du willst schlichten. Und natürlich hörst du dir beide Standpunkte der Kinder an. Und dann wirst du dich am Ende eines fragen: Wem sollst du nun glauben? Wer sagt die Wahrheit?

Ob es bei Krisen wie der Corona-Krise ist, ob beim Nachbarschaftsstreit oder in der Forschung: Es gibt immer mehrere Wahrheiten und nicht nur die eine. Daher geht es für uns Menschen nicht darum, die endgültige Wahrheit zu finden (das dürfen wir Gott überlassen, einzig er kann das), sondern darum, der Wahrheit so nah wie möglich zu kommen. Und dazu gehören Zweifel! Zweifel an den Aussagen anderer, Zweifel am eigenen Denken. Vielleicht geraten wir dadurch mal ins Schwimmen, aber nur wer schwimmt, kann neue Inseln entdecken und der Wahrheit über sich und die Welt näher kommen.

Das Leben ist eine permanente Wahrheitsfindung. Es ist ein Prozess. Das soll uns keine Angst machen. Wer sich mal verschwimmt und zu lange im offenen Meer treibt ohne Halt zu finden, bekommt eine Schwimmweste zugeworfen: von Freunden, von der Familie, von einer Gemeinschaft wie der des CVJM – und immer und überall von Gott. Der zögert keine Sekunde bei einer Seenotrettung.

Nur wer die Wahrheit sucht, kann die vernebelte Wahrheit aus all den Wahrheiten herausfiltern,  erkennt die Lügen, Falschaussagen, bewussten Fehlinformationen. Daher sollte man sich für die Wahrheitsfindung wappnen: viel lesen, viel nachdenken, viel reden. Der Austausch mit anderen Menschen ist dabei unumgänglich, weil man dadurch seine Gedanken und Meinungen immer wieder auf den Prüfstand stellen und verändern kann. Denkt und redet, hört und lasst es sacken!

Nun: Hab ich’s verstanden, was Jesus meinte? Vielleicht nicht in Gänze. Vielleicht schwimme ich herum. Gott gefällts!

 

Christian Engel

Gedanken zur Tageslosung 05.04.2020

Lobet Gott in den Versammlungen.
Psalm 68,27

 

Als die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach

Jerusalem käme, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen

und riefen: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel!

Johannes 12,12-13


Ja, das wäre uns jetzt schon recht, Gott in den Versammlungen zu loben! Wie schön unpassend ist uns dieser Vers heute.

Warum zogen die Herrnhuter Brüder gerade DIESEN Vers für den Palmsonntag 2020? Vorsehung? Vielleicht...
Vielleicht tut es uns gut, wenn es weh tut. Keine Versammlungen heute! Verboten, nicht aus Gründen der Glaubensverfolgung

sondern wegen der Sorge um die Volksgesundheit.
Vielleicht tut es uns gut, heute die Sehnsucht nach Gemeinschaft, nach Versammlung zu spüren. Zu spüren, wie wertvoll sie uns ist.

Das war einmal anders, da war es so selbstverständlich, Hauskreise, Jugendkreise und Gottesdienste jederzeit besuchen zu
können, dass eine SEHNSUCHT danach kaum noch auftreten konnte.
Hatten wir nicht manchmal das Gefühl, ein Termin jage den anderen, wurde es uns nicht manchmal zu viel? Jetzt haben wir die Zeit,

jetzt dürfen wir in uns hineinschauen und feststellen: es fehlt uns! Gut, dass das einmal gespürt wird.
Ja, Herr, wir wollen dich loben, wenn auch unsere Versammlungen augenblicklich SEHR klein sind. Aber du sagst:

"Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen."

Das steht in Matthäus 18,20 und davor stehen noch ganz andere gewaltige Dinge: wo zwei von uns einig werden,

soll uns von Gott widerfahren, worum wir bitten (Vers 19) und was wir auf Erden binden oder lösen, soll auch im Himmel
gebunden oder gelöst sein (Vers 18) - welch eine Vollmacht! Welch eine Verantwortung...
Lasst uns die Zeit und diese ungewollte Ruhe nutzen, das zu tun, wofür wir uns normalerweise versammeln, nämlich Gott zu loben,

aber auch zu bitten für diejenigen, die seine Hilfe brauchen und nicht zuletzt auch für diese Welt, die heilen muss, nicht nur
wegen einer Virus-Epidemie, sondern auch - na, Themen findet Ihr ja selber genug...
Wir treten viel stiller auf als die Menge beim Einzug in Jerusalem. Damals war die Menge berauscht von den Erlebnissen, die sie mit

Jesus gehabt hatte, insbesondere von der Erweckung des Lazarus. Für Jesus hatte diese lautstarke Begeisterung aber einen

bitteren Beigeschmack. Was die begeisterte Menge nicht wusste: wie schnell das Blatt sich wenden würde, ER wusste es.
Wir hoffen heute, dass das Blatt sich bald wenden möge - zum Guten! Wir hoffen auf Bewahrung für unsere Lieben und für uns selbst.

Und auf Genesung aller Erkrankten. Wir bitten um Kraft für alle Betroffenen, Angehörigen, Mediziner und Pflegenden. Sie alle
brauchen Gottes Beistand - ob sie dran glauben oder nicht. Wir können darum bitten.
Und wir können bitten um ein baldiges Wiedersehen - das wird eine Freude und man wird es hören (nicht nur in Jerusalem)!

Pssst! Weitersagen: Der Herr ist mitten unter uns...

 

Bleibt gesegnet! Euer Heiner

Gedanken zur Tageslosung 04.04.2020

Gottes unsichtbares Wesen – das ist seine ewige Kraft und Gottheit – wird seit der Schöpfung der Welt, wenn man es wahrnimmt, ersehen an seinen Werken.

Römer 1,20

 

Letztens fragte ich mich ob Gewohnheiten etwas Positives oder Negatives sind?

Natürlich kommt es einmal darauf an, ob es gute Angewohnheiten sind, wie den Teller in die Spülmaschine räumen, oder sein Bett am Morgen zu machen, oder ob es schlechte Gewohnheiten sind wie beispielsweise das Licht zu lang anzulassen, oder während dem Essen am Handy zu sein. Und natürlich fallen da jedem noch viel mehr gute wie auch schlechte Angewohnheiten ein, natürlich auch ganz persönlich, aber auch welche, die wohl jeder hat

Was an Gewohnheiten jedoch nicht wirklich positiv ist, dass Gewohnheiten es oft verhindern, nachzudenken. Es führt zu Automatismen, welche ganz ohne bewusstes nachdenken funktionieren.

Vorteilhaft ist hier gerade, dass das Lernen genau auf diesen Effekt abzielt, so dass das Erlernte von selbst oder sogar im Schlaf ablaufen könnte.

Aber nicht nur in einer Zeit, in der das Gelernte ganz schnell nicht mehr am aktuellsten ist, ist es nötig, die daraus resultierenden Automatismen immer wieder neu zu prüfen, sodass keine „Betriebsblindheit“ entsteht

Es geht oft sehr schnell, dass gewisse Dinge zu Gewohnheit werden oder auch gewisse Beziehungen als ganz normal empfunden werden, was auch dazu führen kann,dass die Beziehung als langweilig oder uninteressant abgestempelt wird und diese dann zerbricht.

Schmerzhaft wird es dann oft erst, wenn einem gerade diese als normal Abgestempelte auf einmal genommen wird.

So kommt es,dass viele Menschen ihren  Alltag als „langweilig“ empfinden und auch die Welt, in der sie leben, etwas ganz normales oder sogar nichts Besonderes mehr ist und das obwohl die Welt in der wir leben, voller Wunder ist. Das erste ist ja schon, dass es unsere Welt überhaupt gibt und dass in der Natur alles seinen geregelten Gang hat, was vermutlich nicht alles zufällig ist, sondern von Gott gemacht ist.

Der Vers Römer 1,20 zielt genau darauf ab, dass der wache und aufmerksame Beobachter erkennen kann, dass hinter der Welt etwas viel Größeres verborgen sein muss.

Der Vers macht auch die Einschränkung „…wenn man sie wahrnimmt.“ Das deutet darauf hin, dass es auch an jedem Einzelnen liegt, ob er wahrnehmen will.

Nun ist es uns durch unsern Glauben möglich genau dies zu sehen, all die Wunder und all die wundervollen von Gott gemachten Dinge. Gerade in der jetzigen Zeit, die wohl für niemanden wirklich einfach ist und das Leben, welches wir gewohnt waren auf einmal nicht mehr das gleiche ist, haben wir vielleicht auch die Chance bekommen, das Leben hier auf der Erde noch etwas mehr schätzen zu lernen.

Dennis Rist

Gedanken zur Tageslosung 03.04.2020

Wohl dem Volk, das jauchzen kann! Herr, sie werden im Licht deines Antlitzes  wandeln.

Ps. 89.16

 

Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.

Epheser 5,8-9

 

Im ersten Abschnitt des Bibelverses spricht David, das Menschen, die Gott vertrauen, gesegnet werden. David erinnert Gott immer wieder an seine Verheißungen, die er dem Volk versprochen hat.

Gott hat versprochen gerecht zu sein, verspricht Schutz und Segen für die Menschen und Menschen können sich auf Gott verlassen. Er hat damals wie auch heute versprochen den Menschen nahe zu sein.

Im neuen Testament spricht Paulus an die Menschen in Ephesus. Paulus sagt: ,, Wandelt als Kinder des Lichts“Wer kann sich denn als Kinder des Lichts nennen?

Das sind Menschen die Gott, Jesus und den Heiligen Geist kennen und ihm Vertrauen. Gott kann durch diese Menschen leuchten. Also Menschen, die sich als Kinder des Lichts nennen, sind fähig das Licht auszustrahlen, das sie vom Schöpfer bekommen haben. Sie sind sozusagen am den Strom angeschlossen. Ein Lampe kann nicht von alleine leuchten, sondern braucht eine Quelle.

Wir können dankbar sein das wir diese Quelle haben. Erst mal sollen wir selber nachdenken für was wir dankbar sein können. Auch wenn alles unsicher ist kann ich persönlich dankbar sein, das ich gesund bin, dass ich ein schönes zu Hause habe, dass ich beim letzten Einkauf ALLES bekommen habe was ich zum Leben brauche, dass am Samstag letzte Woche super Wetter war, dass ich nette Nachbarn habe, die für den Notfall ihre Hilfe angeboten haben…. Mir fällt so vieles ein und dann kann ich dankbar sein in diesen Zeiten.

Und dann ist man auch in der Lage diese positive Einstellung weiterzugeben. Wir sind berufen als Kinder des Lichts andere zu ermutigen, aufzubauen zu motivieren und wenn es nötig ist auch zu helfen. Dabei können wir sicher sein das die Energie dafür von Gott kommt, der uns liebt uns tröstet und die Freude schenkt in diesen turbulenten Zeiten!

Und wenn wir im Licht wandeln dann wandeln wir auch in der Wahrheit. Wir sind berufen die Wahrheit weiter zu geben. Viele Falschmeldungen in dieser Zeit machen uns Angst, machen uns unsicher und wir werden mutlos und depressiv. Wir sollten die Infos prüfen und die Unwahrheit nicht weitergeben. Auch da sind wir berufen weise zu handel.

Gott segne euch, damit wir als seine Kinder leuchten können in dieser Welt!

 

Antonia Kaufmann

Gedanken zur Tageslosung 02.04.2020

Simeon nahm das Kind Jesus auf seine Arme und lobte Gott und sprach: Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen.

Lukas 2,28-30

 

Wenn man sich Simeons Beziehung zu Gott genauer anschaut fällt auf, dass er nicht loslässt an der Verheissung Gottes, dass er den Messias noch vor seinem Tod sehen wird.  Er stellt sich klar auf Gottes Seite und weiß, dass er seinem Versprechen vertrauen kann. Vertrauen wir genauso sehr, dass Gott uns aus dieser Korona-Krise führt, oder zweifeln wir zu oft, dass wir vielleicht doch krank werden, oder dass wichtige Menschen in unserem Leben krank werden? Vielleicht fühlen wir uns aber auch einsam und wissen nicht genau ob wir Gottes Präsenz gerade spüren können? Doch wir wissen ganz genau, dass wir niemals alleine sind wir müssen nur geduldig sein und auf ihn vertrauen.

Simeon wurde von Gottes Geist geführt. Gott wies ihm den Weg zu Jesus, zu Simeons Erlösung. Doch lassen wir uns von Gottes Geist führen, dann wächst in uns das Vertrauen,  dass auch egal, was als nächstes passiert, egal wie weit weg von Gott wir gerade im Dunkeln wandeln, es jemanden gibt,  der uns noch nicht vergessen hat, der uns zurückholt und sein Allerbestes tut, um uns nicht wieder zu verlieren. Das hat zum einen etwas mit Vertrauen aber auch mit Entschlossenheit und Hingabe, sich so bestimmt führen zu lassen von seinem Geist, direkt in Gottes Armen.

Außerdem war Simeon vollkommen auf Gottes Seite. Er wusste klar und deutlich, wie viel besser es ihm gehen würde mit dem Bekenntnis zu Gott. Er würde ihn nicht sterben lassen, bevor er erlöst worden war. Da ist ganz schön groß, so sicher und unbeschwert mit Gott zu gehen und seine Stärke und Güte auf sein Leben wirken zu lassen.

Aber sind wir so einfach bereit in schweren Situationen so unbeschwert auf Gott zu vertrauen? Ich weiß nicht, wie sehr die Quarantäne euch in Deutschland  zu schaffen macht, aber mich beschäftigt die ganze Korona Sache schon etwas. Nicht nur weil mein Gastdad Krebs hat und wir besonders vorsichtig sein müssen, sondern auch weil ich die USA vielleicht aus Sicherheitsgründen schon vielleicht früher verlassen muss, und das sagt mir eher weniger zu. Aber vielleicht muss ich mir einfach ein Beispiel an Simeon nehmen, oder darauf vertrauen, dass Gott an jedem Tag in meinem Leben Wunder bewirkt und mich stärkt und unterstützt.

 

Svenja Mantz (zur Zeit noch in den USA)

Gedanken zur Tageslosung 01.04.2020

Jesus sprach zu den Jüngern: Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und
euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.
Johannes 16,22


Wie Jesu Jünger stehen wir heute vor der Gewissheit, dass die kommende Zeit eine Zeit der Trauer sein wird, weil wir lieb gewonnene Freunde

über nicht absehbare Zeit nicht wiedersehen können. Damals hat Jesus sich bereits zum dritten Mal von seinen Jüngern in einer
Abschiedsrede verabschiedet. Die Jünger wussten was kommen wird, nämlich dass Jesus sie verlassen wird. Sie sind traurig, dass Jesus von

ihnen gehen wird. Wahrscheinlich sehen die Jünger in dem Moment nur noch die Traurigkeit, das Alleinsein und das Verlassensein.

Aber Jesus macht ihnen Mut, dass sie ihn wieder sehen werden. Die Jünger dürfen darauf vertrauen, dass er wieder ihn ihre

Gemeinschaft kommen wird, weil Jesus es ihnen versprochen hat. Und sie sollen sich darüber freuen,

auch wenn das jetzt vielleicht noch schwer fällt, weil sie nicht alles verstehen.
Aber in ihrem Glauben an Jesus haben die Jünger die Gewissheit, dass er sein Versprechen hält und ihnen allen Grund zur Freude bieten wird.

Der Glaube der Jünger wurde nicht enttäuscht, Jesus hat sich ihnen nach seinem Tod und nach seiner Auferstehung ihnen wieder gezeigt,

das verheißene Wiedersehen war also gerade kein leeres Versprechen.
Auch wir sehen im Moment nur die Traurigkeit der Welt: ein Gesundheitssystem, das an seine Grenzen stößt und immer weitergehende dringend

notwendige Einschränkungen des öffentlichen Lebens, die unsere Gemeinschaft auf eine harte Probe stellen. Für viele bedeutet das, allein zu
sein, verloren zu sein, Hoffnung zu verlieren. Aber wie seinen Jüngern hat Jesus auch uns ein Wiedersehen versprochen, auch wir dürfen gewiss sein,

dass er sein Wort hält und wir einen Grund zur Freude haben werden. Jesus hat uns versprochen, bei uns zu sein, uns zu helfen, wenn
wir ihn brauchen. Wir können darauf vertrauen, dass unsere Traurigkeit durch Jesus ein Ende haben wird und wir wieder voller Freude

sein werden. Auch die derzeitige Krise wird vorbeigehen und wir werden wieder Freude haben. Und auch das den Jüngern gegebene

Versprechen, dass wir Jesus wieder sehen werden, wird in Erfüllung gehen. Schließlich hat er es versprochen und
eines ist sicher: Jesus gibt keine leeren Versprechen.

 

Christoph Hertweck

Gedanken zur Tageslosung 31.03.2020

Durch Christus seid auch ihr in dieses Bauwerk eingefügt, in dem Gott durch seinen Geist wohnt.

Epheser 2,22

Im heutigen Vers haben wir die Zusage, dass wir Teil in einem Bauwerk, einem Haus sind in dem Gott durch seinen Geist wohnt. Damit ist kein Gebäude gemeint welches habtisch begriffen werden kann. Damit ist eine tiefe Verbundenheit gemeint die über jegliche räumliche Distanz reicht. Als Christen haben wir eine gemeinsame Heimat in Jesus.

Zurzeit verbringe ich viel Zeit, wie wahrscheinlich viele von uns, bei mir Zuhause. Auch wenn ich gern Zuhause bin, fällt mir manchmal doch die Decke auf den Kopf und ich bin ermüdet von der kompletten Situation. Doch ich glaube dann kann der Vers aus Epheser 2,22 in mein Leben sprechen. Denn wenn ich von meiner weltlichen Wohnung genervt bin sollte ich an meine Heimat denken die ich im Geist habe.

In den jetzigen Zeiten in denen das Leben gezwungenermaßen entschleunigter ist, ist die perfekte Zeit gekommen in die geistliche Wohnung zu investieren. Zeit verbringen im Bauwerk in dem mein Gott wohnt, Beziehungspflege mit unserem himmlischen Vater. Zeit nutzen um sich selbst wieder bewusst zu werden wie großartig es ist diese zweite Heimat zu haben und wie toll es ist sogar Bauteil davon zu sein. Ohne uns funktioniert das ganze Bauwerk nicht. Sei nicht zu bequem heruszufinden wo Gott dich braucht und einsetzen möchte. Schlag doch heute mal die Bibel auf und hör was der Text dir sagen will. Oder nimm dir 20 Minuten Zeit im persönlichen Gebet. Genau jetzt ist die Zeit im göttlichen Bauwerk zu dekorieren, neue Farbe an die Wände zu malen und nen Straus frische Blumen aufstellen. Trau dich aktiv zu sein!

Segen für heute:
Gott stellt deine Füße auf weiten Raum, auch wenn es äußerlich eng ist.
Gott begegnet dir in deiner Seele, auch wenn Ungewissheit herrscht.
Gott stärkt die Kraft deines Herzens, auch wenn der Mut schwindet.
Gott weckt dich auf.
Er stört deine Routine.
Er freut sich an dir.
Und ist dir nah.

Hanna Weber

Gedanken zur Tageslosung 30.03.2020
Wo ist jemand, wenn er fällt, der nicht gern wieder aufstünde?
Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht gern wieder zurechtkäme?
Jeremia 8,4


„Na sowas! Ich war mir doch sicher, dass ich hier hätte rechts abbiegen müssen! Oder bin ich schon an der Kreuzung zuvor falsch gefahren?

Seit wann ist hier eigentlich eine Einbahnstraße?!“
Verärgert darüber, dass ich mich in den Wirren der engen Straßen der Innenstadt so verfahren habe, schalte ich nun doch das

Navigationssystem wieder ein. Kurze Zeit später bin ich wieder auf dem „richtigen Weg“ und erreiche ohne weitere Probleme oder Umwege mein Ziel.
So geht es uns auch oft in unserem Leben. Schnell verfahren wir uns, lassen uns von Wünschen oder falschen Ideen leiten.

Die Anforderungen unserer Mitmenschen an uns oder das, was angeblich „normal“ ist, weil ja alle so leben, führen uns in die Irre und in Sackgassen.
Auch das Volk Israel hatte sich „verrannt“. Daher ließ Gott seinem Volk über den Propheten Jeremia unseren heutigen Bibelvers ausrichten.

„Sprich zu ihnen: So spricht der HERR:“, heißt es direkt vor dem Vers. Gott selbst ruft sein Volk, spricht es an und ermahnt es, da es selbst nicht merkte,

dass es in die Irre ging. Und wir? Merken wir es, wenn wir in unserem Leben in die falsche Richtung gehen? Falls nein, lassen wir uns dann wenigstens von Gott rufen? Hören wir genau hin, was er zu sagen hat?
Wir können auch in unserem Leben einfach ein „Navigationssystem“ einschalten, dass uns Orientierung und Sicherheit geben will. Schlage die Bibel auf und lies darin! Sie ist voller Orientierungshilfen für unser tägliches Leben. Und was Du nicht gleich verstehst, bewege weiter in Deinem Herzen oder rede mit anderen Christen darüber, z.B. im CVJM.
Und lasse Dich täglich rufen und von Gott anreden. Sprich mit ihm im Gebet! Wie gut zu wissen, dass es jemanden gibt, dem es nicht egal ist, wenn wir uns verrennen.
Mit dieser Gewissheit im Herzen, können wir getrost und fröhlich in die neue Woche gehen.

 

Das wünscht Euch allen
Stefan Tepper

Andacht  zum Wochenspruch des 5.Sonntags der Passionszeit – Judika (Schaffe mir Recht,Gott!)

„Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.“

Math. 20,28

 

Liebe Leser,

Karfreitag kommt näher. Die biblischen Texte der Passionszeit lassen uns das spüren und ich merke, dass das nahende Leiden Jesu auch meine Seele berührt und nicht unbeteiligt sein lässt.
Der Kontext des Wochenspruches berichtet von einer Frau, die Jesus zu Füßen fällt und ihren beiden Söhnen einen Platz zur Rechten und zur Linken Jesu sichern will, wenn dieser sein Reich aufgebaut hat. Unwissend über das, was es bedeutet, bejahen sie selbstsicher Jesu Frage, ob sie mit ihm den „Kelch trinken wollen, den er trinken wird“. Aber die Entscheidung, ob sie mit ihm regieren werden, überlässt er seinem Vater, dem dies allein zustehen wird.
Dann wendet er sich an seine Jünger, seine ihm geliebten Jünger, die ihm in den drei Jahren ans Herz gewachsen sind und die in den vor ihnen liegenden schweren Tagen und unerträglichen Momenten Unglaubliches erleben und ertragen werden müssen und vom dem sie nicht im Geringsten eine Vorstellung haben können.
Ihnen wendet er sich nach dem Gespräch mit der Frau und ihren Söhnen erneut zu und sagt: „Die Fürsten halten ihre Völker nieder, und die Mächtigen tun ihnen Gewalt. So soll es nicht sein unter euch; sondern wer groß sein will unter euch, der sei euer Diener.“
Ein paar Tage später wird Jesus ihnen als Zeichen der Liebe und des Dienens die Füße waschen wie ein Diener. Seine Liebe zu ihnen, seine Liebe zu uns Menschen, geht in die Knie und beugt sich in großer menschlicher Demut. Unmissverständlich führt er ihnen vor Augen, was das Wesen des zukünftigen Reiches Gottes sein wird, das aufzubauen er sie vor der Himmelfahrt beauftragen wird: die Liebe und das bedingungslose Dienen.
Keine schlauen Worte, keine rechten Lehren, keine Dogmen und Gesetze, keine Strategien und Konzepte werden Reich Gottes aufbauen, sondern die schlichte und einfache Hingabe des Herzens. Denn das Herz kennt keine Grenzen der Religion, der Kultur, der Hautfarbe, es sieht nur den Nächsten in seiner Bedürftigkeit und Schönheit. Alles andere ist nicht Reich Gottes, sondern Herrschen und Beherrschen- und solche Reiche haben keinen Bestand und gehen unter. Die Geschichte lehrt uns das.
Ich träume von einer Welt, in der das Herrschen des einen über den andern unattraktiv und beschämend wird, weil die Entdeckung der Liebe und des Dienens so unendlich viel beglückender ist und Menschen zum Lachen bringt und schön macht.  Ich bete für Menschen, die ihr Herz und ihre Hände täglich öffnen, um für die Armen und Bedürftigen, die Traurigen und Sterbenden, die Kinder und Jugendlichen, die Kranken und Einsamen, die Gefangenen und Missbrauchten, die Gedemütigten und Belasteten… da zu sein. Sie bauen Reich Gottes, unsichtbar, aber bleibend.

Unser Vertrauen auf Gott wird erkennbar, wenn es in der schlichten Hingabe unseres Lebens für die anderen zum Ausdruck kommt: Glaubwürdig und ansteckend ist zuallererst gelebter Glaube.
„Liebe und sag es durch dein Leben“ (Augustinus, drei Jahrhunderte nach Christus) Frére Roger, Taizé

 

Allen eine gesegnete, gesunde und glückliche Woche

 

Silvia Engel

Gedanken zur Tageslosung 29.03.2020

Wenn mein Geist in Ängsten ist, so kennst du doch meinen Pfad.

Psalm 142,4
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis.

2. Korinther 1,3-4

 

Wann habe ich Angst?

Wenn ich nicht mehr weiß wo es hingeht?

Welche Gewissheit habe ich alleine, zu sagen wo mein Lebensweg hinführt, wen ich treffe oder was unterwegs passiert? Der Psalm erinnert mich: Ich muss es nicht wissen.

Ist das jetzt ein Grund, Angst zu bekommen?

Nein! Denn, egal was passiert, Gott weiß darum und begleitet mich. Egal wie ich mich fühle und was ich erlebt habe. Aber: Wie komme ich dorthin, wo und wie finde ich Trost? Barmherzigkeit?

 

Wenn ich innehalte und das Wort an meinen Vater richte. Ich sage ihm, wie es mir geht, wie ich mich fühle, was mich beschäftigt. Manchmal schweige ich auch – er versteht mich trotzdem.

Denn er hört mir zu und nimmt mir meine Lasten ab.

Dann fange ich wieder an, ihrn zu loben; Singe, springe, tanze. Tanke neue Kraft aus seiner Quelle und gehe weiter meinen Weg. Mit der Gewissheit, dass kommen kann was kommen wird.

Ich bin nicht alleine.

 

Isabelle Müller-Schoenau

Gedanken zur Tageslosung 28.03.2020

„Der Herr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen."

Psalm 147,11
„Jesus spricht: wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter."

Markus 3,35

 

Ihr Lieben,
es begegnen mir immer wieder Menschen, die meinen, die Bibel stecke doch voller Widersprüche.
Recht haben sie. Hier ist wieder so einer: spricht nicht Jesus immer davon, man solle sich EBEN NICHT fürchten? Und nun redet der Psalmist so, als müsse der Mensch sich fürchten, um Gott zu gefallen.
Meine Bibel hat so eine sehr praktische Konkordanz im Anhang, ca. 5000 Begriffe, also eher eine "kleine" Konkordanz, aber immerhin. Das Wort "fürchten" steht natürlich auch drin und hat 84 Verweisstellen im Alten Testament und 35 im Neuen Testament.
Und nicht nur im Neuen Testament steht das Wort "fürchten" in der Verneinung, es gibt auch im Alten Testament häufig die Aufforderung, sich NICHT zu fürchten, zum Beispiel: "Fürchte dich nicht, Abraham!" (1. Mose 15,1), "Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir." (zu Isaak in 1. Mose 26,24), oder "Du wirst ferne sein von Bedrückung, denn du brauchst dich nicht zu fürchten..." (Verheißung einer neuen Gnadenzeit in Jesaia 54,14).
"Sich fürchten" und "den Herrn fürchten" scheinen also zwei Zustände von sehr unterschiedlicher Qualität zu sein. Es ist etwas völlig anderes, z.B. das Virus zu fürchten oder Gott zu fürchten. Ich möchte fast sagen: Fürchtet Euch nicht, Gott zu fürchten!
Was bedeutet das für uns, die wir uns nicht, aber Gott sehr wohl fürchten sollen? Was ist das für eine Furcht, die da angemahnt wird? Vielleicht hilft uns der alte Mose weiter: „Nun, Israel, was fordert der Herr, dein Gott, noch von dir, als dass du den Herrn, deinen Gott, fürchtest, dass du in allen seinen Wegen wandelst und ihn liebst und dem Herrn, deinem Gott, dienst von ganzem Herzen und von ganzer Seele.“ (5. Mose 10,12) "ihn lieben", "ihm dienen" oder "ihn fürchten" - sind die Begriffe austauschbar? Nein, sie ergänzen einander. Gott fürchten, ohne ihn zu lieben, hieße Angst haben; Gott lieben, ohne ihn zu fürchten, hieße seine Größe und Autorität vergessen. Gott dienen? Nun, hier greift die neutestamentliche Losung wie ein Zahnrad ins andere: "...wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter." Wie nahe sind wir ihm doch, wenn wir seinen Willen tun!
Es ist freilich nicht immer ganz leicht, seinen Willen zu tun. Oft weiß ich schon gar nicht genau, was sein Wille IST. Gelegentlich muss ich nachfragen. Und manchmal sind auch seine Antworten nicht gleich klar. Aber dann fühle ich mich in gewisser Weise geehrt: er setzt voraus, dass ich darüber nachdenken werde. Unser (Nach-)Denkvermögen ist immerhin ein großes Geschenk!
Und dann darf ich etwas tun, dass bisher noch unerwähnt blieb: "...auf seine Güte hoffen."
Nach den vielen Worten über das "ihn fürchten" wären jetzt ebenso viele über "seine Güte" nötig, aber die betrachten wir an einem anderen Tag. Bis dahin bleibt sie für uns vielleicht auch so eine "(Nach-)Denkaufgabe". Jedenfalls gefällt es ihm, wenn wir darauf hoffen. In diesen Tagen, wo wir uns oft als so merkwürdig handlungsunfähig erleben, ist das eine sehr geistreiche Übung. So viele Worte sind dann vielleicht gar nicht mehr nötig...

 

Seid gesegnet und bleibt (oder werdet) gesund!
Euer Heiner

Gedanken zur Tageslosung 27.03.2020

„Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergründen? Ich, der HERR, kann das Herz ergründen und die Nieren prüfen und gebe einem jeden nach seinem Tun.“

Jeremia 17, 9-10


In den letzten Wochen haben wir erkennen müssen, dass viele der Berufe, die wir bisher gesellschaftlich eher unterschätzt haben, das sind, was unsere Gesellschaft im Notfall wirklich braucht. Krankenpfleger, Lebensmittelhersteller und Verkäufer, LKW Fahrer,... und all diese Berufe bekommen sonst weder ein besonders hohes Maß an Anerkennung, noch einen hohen Lohn. Wie oft geht es uns im Leben so, dass wir das Gefühl haben, niemand sieht, was ich gerade leiste. Dass wir uns fragen:"Erkennt den niemand meine Arbeit, erkennt niemand meine Taten?" Wir sehnen uns nach dem Zuspruch der Gesellschaft. Doch dabei vergessen wir vielleicht manchmal, dass wir echten Zuspruch nur durch Gott alleine bekommen. Denn Gott sieht nicht nur unsere Taten und was wir leisten, er sieht auch auf den Grund unseres Herzens und sieht den Ursprung dieser Taten. In den Zeiten, in denen wir das Gefühl haben, niemand versteht oder erkennt, was wir gerade fühlen und niemand sieht und wertschätzt, was wir gerade tun und leisten, in diesen Momenten dürfen wir uns daran erinnern, dass Gott alleine unser Herz und jede unserer Taten sieht. Dass er unsere Gedanken, Sorgen, unsere Furcht und auch unsere geheimsten Wünsche kennt und sie versteht. Gott spricht uns zu: "Ich kann das Herz ergründen und die Nieren prüfen". Was für eine Zusage. Wie beruhigend ist es, dass wir Gott nichts erklären müssen, dass er mich, auch wenn mir mal die Worte fehlen, versteht. Er kennt den Grund unsereres Herzen. Er kennt uns und er versteht uns. Und er verspricht uns, er wird uns das geben, was wir brauchen. Gott sieht auch was wir jeden Tag leisten, und er wird jeden einzelnen mit seiner Güte und Freundlichheit belohnen. Dieses große Versprechen gibt er uns.
Und vielleicht finden wir genau heute Ruhe in diesen Gedanken. In dem Wissen, dass Gott versteht, wie wir uns gerade fühlen und dass er sieht, was wir gerade leisten.
Anna Roth

Gedanken zur Tageslosung 26.03.2020

„So bekenne ich denn meine Missetat und sorge mich wegen meiner Sünde“

Psalm 38,19

 

Liebe Leser,

Einen schwer geplagten Psalmbeter finden wir hier in diesem Text an. Die Sünde plagt ihn. Er gibt uns keinen Einblick in die Art der Sünde, wir erfahren nicht, was er Belastendes auf sich geladen hat. Nur eines wird schnell offensichtlich und bedrückt selbst den unbeteiligten Leser: Hier ist ein Mensch , der leidet, der sich quält, dessen Seele keine Ruhe mehr findet und der keine Sonne mehr sieht und keine Freude mehr spürt. Seine Sünde hat für eine innere Leere gesorgt, dass er sich nur noch um sich selbst und seine Pein kreist:

„Denn meine Sünden gehen über mein Haupt; wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden. Meine Wunden stinken und eitern um meiner Torheit willen. Ich gehe krumm und gebückt und gehe den ganzen Tag traurig einher…“

Hinzu kommen Abwendung der Menschen, körperliche und psychische Schmerzen, zu Beginn des Psalmes auch noch Angst vor Gott, dass dieser ihn womöglich dafür noch strafen könnte. So sieht man  diesen Menschen förmlich in die Tiefe, ins Nichts fallen. Und da ist offensichtlich niemand, der ihn auffangen und entlasten könnte. Alle haben sich von ihm entfernt, allein und einsam mit sich selbst und seiner Sünde gelassen. Wer will sich schon mit den Kümmernissen anderer beschäftigen, wo doch jeder seine eigenen Sorgen hat. Der Mensch steht vor dem völligen inneren Auffressen seiner selbst und am Ende wird wohl nicht mehr viel übrig bleiben als Verzweiflung und Scham.

Da geschieht etwas Entscheidendes: „So bekenne ich meine Missetat…“ Das ist der Anfang der Heilung. Bevor Gott seine befreiendes Wort über diesen Menschen sprechen kann: „Dir sind deine Sünden vergeben..“ braucht es den Mut und die Erkenntnis, dass da etwas nicht in Ordnung ist in meinem Leben und dass da jemand ist, der mich nicht ewig dafür verdammt. „Verlass mich nicht, Herr, mein Gott, sei nicht ferne von mir.“ Mussten die Menschen im Alten Bund dann noch zur endgültigen Sühne ein Opfer auf dem Altar bringen, reichen im Neuen Testament die aufrichtigen Worte des Herzens: „Herr, sei mir Sünder gnädig“. In Jesus Christus hat Gott alle Schuld der Welt vergeben und mit dankbarem Herzen dürfen wir vor seinen Thron treten, Schuld bekennen  und ihn befreit wieder verlassen. Halleluja!

„Ich wünschte, ich hätte verstanden, dass das Thema unseres Lebens nicht Sündlosigkeit, sondern Leben in der Gegenwart Gottes ist.“   Mike Yaconelli

Silvia Engel

Gedanken zur Tageslosung 25.03.2020

Alle miteinander bekleidet euch mit Demut.

1. Petrus 5,5

 

Was für eine Aufforderung von Petrus. Alle aber miteinander bekleidet euch mit Demut. Wie schwer uns Menschen das fällt. Wie gerne hauen wir auf den Putz und wie gerne stellen wir uns als was Größeres Besseres als unsere Mitmenschen dar. Eigentlich verrückt, Gott hat bereits alles für uns gegeben und hat uns gezeigt, was es bedeutet bedingungslos geliebt zu werden. Und nichtsdestotrotz fällt uns Demut schwer. Petrus ermahnt hier nicht nur zur Demut, er ermahnt zur gemeinsamen Demut. Wir Christen sollen uns mit Demut bekleiden, gemeinsam. Wie können wir uns alle gemeinsam mit Demut bekleiden, wo wir doch jetzt alle räumlich getrennt sind? Die Antwort ist eigentlich klar, in Gott sind wir alle zusammen und verbunden, durch ihn ist niemand mehr allein.

Wir sollen es einfach mal gut sein lassen, auf alles Antworten finden zu wollen. Das fällt schwer, besonders in Zeiten, wo es dunkel für die Welt ist. Wo sich Angst und Unsicherheit in unsere Herzen geschlichen hat. Das steht ausser Frage und genau jetzt ist es wichtig sich Gott komplett zu zuwenden und demütig zu sein. Demütig für alles was Gott geschaffen hat; demütig für alles, was du bereits mit Gott geschafft hast und obendrein kann Demut entlasten und befreiend sein. So sollten wir unseren Lebensmittelpunkt wieder darauf zentrieren was uns Kraft, Sicherheit und Zukunft schenkt.

Ich möchte dich auffordern, deine rechte Hand zu nehmen und für jeden Finger einen Grund zu finden, warum du heute demütig zu Gott sein möchtest. So nimmst du deine Demut heute mit und erinnerst dich dran und bewahrst sie nahe bei dir. Du bist nicht allein, weil wir gemeinsam heute Demut üben wollen.

Maya Hanser

Gedanken zur Tageslosung 24.03.2020

Darum lassen auch wir nicht ab, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht.

Kolosser 1,9

 

„Darum lassen auch wir von dem Tag an, an dem wir‘s gehört haben, nicht ab, für euch zu beten, und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlicher Weisheit und Einsicht.“
Das schreibt Paulus in seinem Brief an die Kolosser. Auch wir als Gemeinde, als CVJM Stetten, sollten nicht aufhören, füreinander zu beten, vor allem in dieser Zeit, in der das gemeinschaftliche Leben größtenteils stillgelegt ist.
Auch wenn wir uns deshalb nun alleine fühlen, so haben wir doch immer noch unseren Gott. Er hört nach wie vor unsere Anliegen und sieht unsere Ängste, er kann uns Kraft und Energie spenden. Das kann Gott für uns tun, aber das sollten wir ihn auch für unsere Mitmenschen bitten.
Paulus sagt, wir sollen bitten, zu erkennen, was Gottes Wille ist.
Ich persönlich glaube daran, dass Gott einen Plan hat, wie es weitergeht mit uns, auch wenn wir diesen Plan aktuell schwer nachvollziehen können.
Wir müssen nun daran glauben, dass Gott uns auch durch diese Krise führt. Darauf sollten wir hoffen, füreinander beten und Gottes Wille tun (gute Christen sein), so gut es uns grade möglich ist.
Und bitte nicht verzagen, denn Gott ist auf unserer Seite, dass sollten wir nie vergessen.

Paul Horn

Gedanken zur Tageslosung 23.03.2020

Gott hat sich nicht unbezeugt gelassen, hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt.

Apostelgeschichte 14, Vers 17

 

Liebe Freunde und Bekannte,

wir leben in aufregenden Zeiten. Der Corona- Virus  greift förmlich um sich und probiert unsere Gedanken und Gefühle gefangen zu nehmen.

Aufregung gab es auch zu Zeiten von Paulus und Barnabas in der kleinasiatischen Stadt Lystra. Nur,dass die Menge vor Begeisterung raste.

Vor ihren Augen hatten Paulus und Barnabas ein Wunder vollbracht. Sie hatten einen Gelähmten wieder auf die Beine gestellt. „ Das kann nicht von Menschenkraft bewirkt sein“ sagten die Zuschauer. Hier sind Götter am Werk. Es kommt zum Volksaufstand Dramatik pur sozusagen. Die Leute glaubten, Paulus und Barnabas wären Götter. Paulus und Barnabas merkten beinahe zu spät, was mit Ihnen gemacht werden sollte. Sie weisen alle Ehrungen zurück. Sie sind nur Menschen mit dem einzigartigen Auftrag von den erdachten Göttern zum wahren Gott einzuladen. Deshalb verweisen Sie  auf Gott, der alles geschaffen hat: „Gott hat sich selbst nicht unbezeugt gelassen“, bringen die beiden Missionare zum Ausdruck. (Er) „hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt“.

Zu diesem lebendigen Gott, der Leben gibt und Leben erhält, gilt es sich hinzuwenden, damals wie heute. Trotz aller Panik die sich zurzeit breit macht, Gott ist der gleiche wie zu Zeiten von Paulus und Barnabas und lässt uns nicht im Stich.

Mögen wir in dieser Corona- Krise immer wieder den Blick auf Jesus Christus selbst richten, der uns ernährt (auch ohne Hamsterkäufe) und uns mit Freude erfüllen will.

Gott segne Euch/Sie

Eckhard Kaufmann

Andacht zum Wochenspruch der 4. Passionswoche „Laetare“

 

„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, so bleibt`s allein, wenn es aber erstirbt, so bringt es viel Frucht.“ Joh. 12,24

 

Geht es Ihnen auch so wie mir, dass wir vor lauter Corona die Passionszeit ganz vergessen? Als ich heute den Text zum Wochenspruch  gelesen habe, hat er mich wieder daran erinnert. Im Text ritt Jesus mit einem Esel nach Jerusalem ein, ganz so, wie es die alten Schriften über den kommenden Messias geschrieben haben. In Jerusalem ist auch eine griechische Gruppe von Männern, die von Jesus gehört hatten und ihn nun sehen und sprechen wollen. Philippus will diese Begegnung vermitteln und berichtet Jesus davon. Dieser scheint davon unberührt und desinteressiert sein. Jetzt beginnt für ihn eine „neue“ Zeit, die Zeit des Leidens und des Abschiednehmens von seinen Jüngern. Jesus hat bislang die Menschen beachtet, hat ihnen zugehört, sie geheilt und getröstet. Doch jetzt muss er seinen Liebsten, seinen ihm ans Herz gewachsenen Jüngern konzentrierte Zuwendung geben, damit sie nach der Auferstehung alles verstehen, was er ihnen jetzt sagt. „Wenn das Weizenkorn…“. Dieses eindrucksvolle Bild steht buchstäblich für das, was jetzt passieren wird. Die Mitte, der Ursprung, die Keimzelle des Lebens und Vertrauens wird sterben und gehen. Als Bauernkind erinnere ich mich an die gefaulten alten Kartoffelknollen an der Staude, die sterben musste, damit neue Kartoffeln wachsen konnten und an abgedroschene Weizenhalme, an deren Wurzel das einst gesäte Korn nun braun und kraftlos welkte, während am Ende des Halmes unzählige neue Weizenkörner geerntet wurden, die Menschen und Tieren Nahrung sein würden. Jesus vergleicht sich mit solch einem Weizenkorn, das nur dann neues Leben schafft, indem es stirbt. Das ist das Geheimnis der Hingabe. Er gab sein Leben, damit wir leben und seine ganze Kraft und Liebe in uns und durch uns sichtbar werden darf.

Silvia Engel

Es ist ein Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart.
Daniel 2,28
In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.
Kolosser 2,3

die Losung des 22.03.2020

 

Ihr Lieben,
man muss im Leben nicht immer alles auf die gleiche Weise tun. Manchmal ist es ratsam, einen neuen Weg zu gehen. Heute bleibe ich allerdings noch einmal bei meinem "alten", bewährten Verfahren, das Textumfeld zu beleuchten. Gerade in der Geschichte von Daniel und Nebukadnezar macht mir das ausgesprochen viel Spaß.
Wir kennen vermutlich schon die Geschichte, in der Nebukadnezar, der König von Babel, einen Traum träumt, auf den er gerne verzichtet hätte. Dieser Traum erschreckt ihn dermaßen, dass er seine Verzweiflung nicht geheim hält, sondern alle Zeichendeuter und Weisen, alle Zauberer und Wahrsager seines Reiches zusammenruft (eine ziemlich große Konferenz, können wir uns vorstellen), um sie mit seinem Schrecken zu konfrontieren.
Nun ist er kein so ganz einfacher Vorgesetzter, er macht es seinen Weisen nicht leicht, denn er erwartet, dass sie den Traum "erraten" können! Dank ihrer Weisheit und ihrer übernatürlichen Kräfte sollten sie das ja können. Wir ahnen schon: sie konnten es nicht!
Nun ergeht das Todesurteil des Königs über alle seine Weisen und Wahrsager, Zauberer und Zeichendeuter (ein Genozid, könnte man schon bald sagen), da soll die ganze, vermutlich ziemlich einflussreiche Bevölkerungsgruppe ausgelöscht werden, und mit ihr bei der Gelegenheit auch gleich das Team der vier jungen Leute aus dem Volk der Israeliten (die ja nun nicht freiwillig in Babel weilten), zu denen auch Daniel gehört.
Dieses junge Team sollte eigentlich bei Hofe Dienst tun. Die vier werden als schön, begabt, weise, klug und verständig beschrieben. Und sie sind es auch! Denn als das Todesurteil des Königs verkündet wird, erbittet Daniel vom König eine Frist, um den Traum erklären zu können. Mutig, aber eben auch lebenswichtig: manchmal muss einer in die Höhle des Löwen (hier: zum König) gehen, um NICHT gefressen zu werden...
Wir ahnen es auch hier schon: Daniel wird der Traum offenbart, Gott gibt ihm alle Erkenntnis, um dem König dieses merkwürdige Standbild aus Gold, Silber, Kupfer, Eisen und Ton (ja, es stand auf "tönernen Füßen", daher unser heutiges Sprichwort), das dieser im Traum zusammenbrechen gesehen hatte, zu erklären.
Damit rettet Daniel nicht nur sich selbst, sondern auch sein Team, aber auch das Leben aller Teilnehmer der oben genannten Konferenz. Und er rettet auch in gewisser Weise den König Nebukadnezar, nämlich indem er ihm die Augen öffnet, dass alle Erkenntnis nicht aus der menschlichen Weisheit hervorgeht, sondern von DEM EINEN Gott im Himmel kommt. Und das ist unsere heutige Tageslosung.
Die obige Geschichte zeigt uns, wie wenig menschliche Weisheit vermag, wenn sie nicht von Gottes Weisheit "ernährt" wird. Die Gefahr, dass wir Menschen uns ohne Gottes Wegweiser ähnlich verirren, wie ortsfremde Autofahrer ohne Navi in Stuttgart, liegt auf der Hand. Der oben genannte Vers aus dem Kolosserbrief unterstreicht dies noch.
Hier geht es Paulus darum, die Gemeinde zu warnen, denn sie läuft Gefahr, "betrogen zu werden mit verführerischen Reden" durch "Philosophie und leerer Trug, gegründet auf die Lehre von Menschen und auf die Mächte der Welt und nicht auf Christus". (Verse 4 und 8). Alles wie heute, es geschieht wahrlich nichts neues unter der Sonne! (Pred. 1,9)

Schön, dass wir an Gottes Erkenntnis und Weisheit teilhaben dürfen, wenn wir wollen, und nicht auf die Weisen des Königs angewiesen sind. Es ist nicht unsere Weisheit, die das ermöglicht, es ist ein Geschenk Gottes und wir sollten es nutzen. Nicht um unter unseren Mitmenschen damit zu prahlen, sondern um sie zu retten, wie Daniel uns vorgemacht hat.

 

Ich wünsche Euch allen einen segensreichen Sonntag - ohne Erschrecken, aber mit Erkenntnis.
Euer Heiner

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre Eure
Herzen und Sinne in Christus Jesus.
Philipper 4,7, die Losung des 21.03.2020


Ihr Lieben!
Es ist schon ein gewaltiger Segensgruß, den wir hier vorliegen haben. Wie oft haben wir ihn schon gehört. Und er ist ziemlich rätselhaft: wieso übersteigt der Friede Gottes alle Vernunft?
Vernunft ist so ein alter Begriff, den schon die antiken Philosophen zu klären versuchten.
Damals verstand man darunter eher die Vorstellungskraft eines Menschen, in der Neuzeit dagegen geht man eher von seiner Erkenntnisfähigkeit aus. Nun lebte Paulus bekanntlich in der Zeit der Antike, daher wird er schon eher gemeint haben "Gottes Friede ist größer, als ihr euch vorstellen könnt", jedenfalls eher als "Gottes Friede ist größer als ihr erkennen könnt".
Wie auch immer, wir fragen uns doch trotzdem, warum Paulus das so hervorhebt, das mit der Vernunft, die ja offenbar nicht das höchste aller Dinge ist - was war geschehen?
Der Abschnitt, in dem dieser Gruß steht, ist überschrieben mit: "Mahnung zur Einigkeit und zur Freude im Herrn" (ich habe wieder meine bevorzugte Luther-1984-Version zur Hand).
Muss man die Gemeinde zur Freude ermahnen? Offenbar schon, denn die Situation war (was auch heute gelegentlich vorkommen kann) nicht ganz ungetrübt: zwei seiner engen Mitarbeiterinnen ermahnt Paulus, sich zu versöhnen, er bittet sogar andere Mitarbeiter darum, ihnen dabei zu helfen. Dass Menschen, die Jesus als ihren Herrn angenommen haben, miteinander in Unfrieden leben, das ging damals ebenso wenig wie heute. Denn im Unfrieden geht auch die Freude verloren!
Deshalb die Ermahnung zur Freude - und zwar wie! Vers 4 ist vielen von Euch bekannt: "Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!"
Merkt Ihr's? Die Wiederholung macht's! "Und ich sage es nochmals: Ohne die Freude geht es nicht!" Weitere Ermahnung (Vers 5): "Eure Güte lasst kundsein allen Menschen! Der Herr ist nahe!" Ach ja, richtig - über die alltäglichen Geplänkel kann man dies durchaus mal vergessen: der Herr ist nahe... Die Erwartung der zeitlichen Nähe (Wiederkunft Jesu), die damals vorherrschend empfunden wurde, war ein Irrtum (nachher sind wir immer schlauer), kein Irrtum ist aber, dass er uns nahe ist im Sinne von: beistehend...
Und noch eine weitere Ermahnung (Vers 6): "Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!"
Bitten und danken in einem Atemzug. Keine Sorge! Paulus, Du nimmst uns hart ran, kennst Du uns denn gar nicht? Das ist nicht so einfach, keine Sorge zu haben...
Aber er meint es ernst. Denn diese Ermahnungen sind notwendig: wir sind, innerlich unvorbereitet, gar nicht in der Lage, diesen Frieden Gottes, der höher ist als alle Vernunft, als Bewahrer zu erleben. Voraussetzung ist: Aussöhnung mit unseren Mitmenschen, erst recht mit unseren Geschwistern; Güte gegenüber allen Menschen; Ablegen aller Sorgen um alle Dinge; Freude! Freude daran, "im Herrn" zu sein, dazuzugehören, Teil des Ganzen zu sein. Nicht einfach, aber notwendig. Und dann erst kann er unsere Herzen (das was wir aussenden) und Sinne (das was wir aufnehmen) in Christus Jesus bewahren. Ihr Lieben, lasst Euch bewahren!
Euer Heiner

Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit,
in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten
um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark.
2.Korinther 12,10, die Losung des 20.03.2020


Ihr Lieben!
Mir fällt auf, dass ich diesen Vers nicht lesen mag, ohne die beiden Verse davor. Der Sinn erschließt sich nicht in diesem Vers allein. Ist Schwachheit eine Qualität "an sich"? Ist Schwachheit eine Form von Stärke? Welchen Sinn haben die beschriebenen Widrigkeiten?
Die Gute Nachricht ließe sich sicher auch ohne sie verbreiten. Gottes Liebe wäre sicher auch ohne Nöte und Ängste, ohne Verfolgungen und Misshandlungen (die wir hier nicht, wohl aber andere anderswo, erleiden) gut und gerne zu vermitteln; oder von besonders starken Menschen, die allen Widerständen trotzen und aus jeder Schlacht siegreich hervorgehen.
Gehen wir also den Schritt zurück, Vers 9: "Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne."
Aha - ein kleines Licht am Ende des Tunnels: Paulus hat in seinem Inneren Platz für noch etwas anderes als nur seine eigene Kraft: für die Kraft Christi. Nun wird uns schon schemenhaft deutlich, wo der alte Hase hin will.
Die Starken, die Kraftprotze, die Könner, die alles haben und nichts brauchen (besonders keinen Rat und keine Hilfe), sind offenbar nicht immer die optimalen Partner für Gottes Team. Die Kraft Christi (und wer würde auf sie verzichten wollen, wenn er sie einmal kennen gelernt hat?) hätte keinen Platz in ihm.
Seid also mutig, Eure Schwächen und Ängste zuzulassen. Sie sind keine Schande! Sie sind eine Chance...
Das wäre für heute sicherlich genug, was zu bedenken wäre. (Wenn einer so etwas sagt, kommt natürlich noch was nach, nämlich: AABER:) Wagen wir noch einen weiteren Schritt zurück. Weil uns dann noch etwas auffallen wird. Ich frage mich nämlich: WARUM hat er das zu Paulus gesagt, das mit der Gnade, die genügen soll? Was wollte Paulus denn, das darüber hinaus gegangen wäre? Da wird man doch neugierig, oder?
Irgend etwas hatte Gottes berühmter Mitarbeiter gehofft, war aber enttäuscht worden. So kann es einem gehen, wer kennt das nicht. Etwas sollte stattfinden, war vorbereitet, musste aber verschoben werden. Oder gar abgesagt. Oder wir wollten etwas unternehmen, wurden aber krank. Warum nur?
Also gut - hier die Auflösung: Verse 7 und 8. "Und damit ich mich wegen der hohen Offenbarungen (die wir ihm nicht absprechen können) nicht überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe. Seinetwegen habe ich dreimal(!) zum Herrn gefleht, dass er von mir weiche."

Paulus leidet also, wir wissen nicht an was, aber etwas stimmt nicht. Wir vermuten eine Krankheit, eine chronische wahrscheinlich, der berühmte "Pfahl im Fleisch", über den sich viele Theologen schon viele Köpfe zerbrochen haben. Ich will nicht dazu beitragen.
Immerhin: es macht ihn schwach und er bittet Gott um Befreiung davon, damit er stark werden kann.
Nun wird Gottes Antwort verständlich: "Lass dir an meiner Gnade genügen", bleib auf dem Teppich, du läufst Gefahr, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Du bist mein herausragender Mitarbeiter, ein Prophet, der hohe Offenbarungen erhält. Ich MUSS dir wehtun, damit ich dich nicht verliere.
Ich brauche nicht die Starken (wie oben beschrieben), sie können mir nicht helfen und sie erreichen auch nicht die anderen, meine geliebten Schafe, die in die Irre gegangen sind. Ich brauche Leute wie dich, die wissen, wie es ist, wenn etwas wehtut.
Ihr Lieben, Gott will uns gebrauchen. Darum ist unsere Schwachheit wichtig. Und darum ist es wichtig zu wissen, wo unsere Kraft herkommt. Das nimmt uns niemand weg und das können wir weitergeben.
Euer Heiner